Langzeitstudie offenbart
In diesem Alter erreichen Sie Ihre körperliche Höchstform
29.09.2025 – 13:31 UhrLesedauer: 2 Min.
Kinder bauen rasant auf, Erwachsene bauen langsam ab: Kraft und Balance verändern sich über das ganze Leben hinweg, wie Forscher nun berichten.
Menschen erreichen ihre motorische Höchstleistung früher, als viele denken: Zwischen 20 und 35 Jahren sind Kraft, Gleichgewicht und Koordination auf dem Maximum. Danach baut der Körper langsam, aber stetig ab. Das zeigt eine neue Langzeitstudie aus der Schweiz.
Forscher der Universität Zürich und des Universitäts-Kinderspitals Zürich haben seit den 1980er-Jahren mehr als 1.600 Personen regelmäßig untersucht. Grundlage war das „Zurich Neuromotor Assessment“, ein standardisierter Test, der verschiedene Bereiche wie Fein- und Grobmotorik, Gleichgewicht, Bewegungsqualität sowie schnelle Hand- und Fußbewegungen misst.
Die Ergebnisse verdeutlichen die Entwicklung der Motorik über die Lebensspanne: Kinder verbessern ihre Fähigkeiten am stärksten bis etwa zum zehnten Geburtstag. Ab dem Jugendalter setzt ein langsamerer Anstieg ein, bis junge Erwachsene zwischen 20 und 35 Jahren ihr Maximum erreichen. Danach beginnen die Leistungen in Kraft, Gleichgewicht und Grobmotorik allmählich nachzulassen.
Während Gleichgewicht und Grobmotorik im Alter nachlassen, bleibt die Feinmotorik erstaunlich stabil. Tätigkeiten, die präzise Bewegungen mit Händen und Fingern erfordern, lassen sich also auch im hohen Alter gut ausführen.
Die Forscher konnten zudem zeigen, dass es geschlechtsspezifische Unterschiede gibt: Frauen schnitten meist besser bei Feinmotorik und Balance ab, Männer dagegen bei Grobmotorik und Kraft. Auffällig ist auch, dass Männer ihre körperliche Bestleistung rund ein Jahr später erreichen als Frauen.
Auf Basis der Daten haben die Wissenschaftler sogenannte Normkurven erstellt. Mit ihnen lässt sich der individuelle Leistungsstand mit dem Durchschnitt verschiedener Altersgruppen vergleichen. Für Ärzte und Therapeuten bietet das die Möglichkeit, Abweichungen frühzeitig zu erkennen. Ein schneller Leistungsabbau kann so gezielt untersucht und behandelt werden, etwa, wenn neurologische Erkrankungen oder andere gesundheitliche Probleme dahinterstecken.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass motorische Fähigkeiten nicht nur für sportliche Leistungen, sondern auch für die allgemeine Gesundheit entscheidend sind. Kraft, Koordination und Gleichgewicht helfen, Stürze zu vermeiden und im Alltag unabhängig zu bleiben. Die Autoren betonen deshalb, wie wichtig es ist, den Körper ein Leben lang zu fordern – auch wenn die Bestform längst überschritten ist.
