Nach Spott und Streit
Stadt rudert zurück: Spielplätze bleiben „Spielplatz“
05.05.2026 – 14:26 UhrLesedauer: 1 Min.
Nach monatelanger Debatte zieht Köln die Notbremse: Das Wort Spielplatz bleibt an über 700 Anlagen erhalten. Die geplante Umbenennung ist damit offiziell vom Tisch.
Die Stadt Köln hat die Debatte um ihre Spielplatzschilder beendet: Die Bezeichnung „Spielplatz“ bleibt – an allen mehr als 700 Anlagen der Stadt.
Das geht aus einer städtischen Mitteilung hervor, die Robert Voigtsberger, Beigeordneter für Bildung, Jugend und Sport, unterzeichnet hat. „An der Bezeichnung Spielplatz wird weiterhin festgehalten“, heißt es darin.
Die geplante Umbenennung zu „Spiel- und Aktionsfläche“ ist damit offiziell vom Tisch. Im Sommer 2025 hatte die Kölner Verwaltung ein neues Schilddesign ohne das Wort „Spielplatz“ präsentiert. Zur Begründung hieß es damals, „Spielplatz“ sei ein „eingrenzender Begriff“; man wolle dem „erweiterten Inklusionsgedanken“ Rechnung tragen.
Den Ausgangspunkt des Projekts hatte der Kölner Jugendhilfeausschuss rund zwei Jahre zuvor gesetzt: Er beauftragte die Verwaltung, gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen ein neues Schilddesign zu entwickeln. Hintergrund war die Einschätzung, dass die damaligen Schilder suggerierten, Jugendliche dürften Spielplätze nicht nutzen.
Als die Debatte hochkochte, griff die damalige Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) ein und bremste das Vorhaben aus. Sie persönlich halte die Bezeichnung „Spielplatz“ für klar und verständlich, hieß es damals. Der Komiker Guido Cantz bezeichnete seine Heimatstadt als „Hauptstadt der Bekloppten“.
Das neue Schilddesign, das Kinder und Jugendliche mit entworfen haben, findet dennoch Verwendung. Mit der Aufschrift „Spielplatz“ solle es bei neuen Anlagen sowie beim Austausch alter, beschädigter oder verschmutzter Schilder eingesetzt werden. Nach Angaben der Stadt ist damit endgültig geklärt, wie die Schilder künftig aussehen werden
