Neuling sticht heraus

Klopp hat die Lösung für eine deutsche Baustelle gefunden


05.10.2026 – 08:25 UhrLesedauer: 3 Min.

Jürgen Klopp (l.) mit Philipp Treu: Der Bundestrainer hat den Rechtsverteidiger dreimal eingesetzt.

Jürgen Klopp (l.) mit Philipp Treu: Der Bundestrainer hat den Rechtsverteidiger dreimal eingesetzt. (Quelle: IMAGO/kolbert-press/Martin Agüera)

Für seine ersten vier Länderspiele hat Jürgen Klopp 44 Spieler nominiert. Aber nur einer durfte in drei Spielen in der Startelf stehen. Aus guten Gründen.

Aus Thessaloniki berichtet Benjamin Zurmühl

Fast wäre Philipp Treu noch zum Matchwinner geworden. Mit 85 gespielten Minuten in den Knochen setzte der Rechtsverteidiger vom SC Freiburg noch einmal zu einem Sprint bis in den gegnerischen Strafraum an. David Raum sah Treu und flankte den Ball auf den langen Pfosten.

Treu erwischte den Ball zwar, war jedoch ein paar Millisekunden zu spät. Der 25-Jährige konnte den Ball nicht mehr drücken und schoss ihn deutlich über das Tor. Es blieb beim 0:0 zwischen Deutschland und Griechenland an diesem Sonntagabend in Thessaloniki.

Philipp Treu hinterließ Eindruck. (Quelle: IMAGO/Eibner-Pressefoto/J. Derondeau)

Auch wenn der Ball nicht im Tor landete, hatte Philipp Treu dennoch eine gute Leistung gezeigt. Der Defensivmann verteidigte fleißig und unnachgiebig, jagte verlorenen Bällen sofort hinterher. Siebenmal eroberte er das Spielgerät zurück und machte sowohl Alexandros Kyziridis als auch Georgios Masouras auf seiner Seite das Leben schwer. Auch in die Offensive schaltete er sich ein, spielte „rotzfrech nach vorne“, wie Bundestrainer Jürgen Klopp es nach dem Spiel ausdrückte. „Er hat eine für ihn ungewohnte Position in unserem Offensivspiel, er ist weit vorne.“ Dennoch lautete Klopps Fazit: „Er macht das einfach gut.“

Philipp Treu hat in dieser Länderspielphase etwas erreicht, das kein anderer geschafft hat. Er durfte in drei von vier Spielen von Beginn an ran. Er startete in Amsterdam gegen die Niederlande, in München gegen Serbien und in Thessaloniki gegen Griechenland. Und in allen drei Partien hinterließ Treu einen Eindruck (t-online-Note 2). Offenbar auch bei Jürgen Klopp, der den zweiten Rechtsverteidiger in seinem zweiten Kader, Ridle Baku, auf der Bank ließ.

„Man hatte nicht den Eindruck, dass ein Neuling da spielt“

Treu hatte genau das gezeigt, was Klopp von seinen defensiven Flügelspielern sehen will. „Jeder Außenverteidiger muss nach vorne Gas geben und nach hinten arbeiten wie ein Stier“, erklärte Klopp sein gewünschtes Profil. Treu war sowohl ein Motor nach vorne als auch ein Stier nach hinten. Und das, obwohl es für ihn die ersten Spiele im DFB-Trikot waren. „Man hatte nicht den Eindruck, dass ein Neuling da spielt“, stellte auch Klopp fest. „Er wirkte sehr gesettled.“

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