„Das ist für die Zukunft“

Klopp fordert Umdenken im deutschen Fußball

20.07.2026 – 09:29 UhrLesedauer: 2 Min.

Jürgen Klopp: Er übte deutliche Kritik an der deutschen Nachwuchsarbeit. (Quelle: IMAGO/Moritz Mueller)

Jürgen Klopp bleibt trotz deutschen WM-Frusts zuversichtlich und glaubt an junge Talente. Zugleich sieht er in der Nachwuchsarbeit klare Schwachstellen.

Am Rande des WM-Finals zwischen Spanien und Argentinien hat sich der designierte Bundestrainer Jürgen Klopp zur Lage des deutschen Fußballs geäußert. Er sieht trotz dreier WM-Pleiten in Folge Grund für Optimismus – benennt aber auch strukturelle Probleme in der Nachwuchsarbeit.

Bei MagentaTV zeigte sich der 59-Jährige zunächst zuversichtlich und verwies auf die jüngsten Erfolge im Nachwuchsbereich: „Wir sind U21-Vize-Europameister geworden, mit der U17 2023 Welt- und Europameister – das Talent ist da.“

  • Krimi im WM-Finale: Spanien ringt Argentinien in der Verlängerung nieder
  • Rote Karte nach Schlusspfiff: Argentinien-Star rastet nach WM-Finale aus

Zugleich forderte Klopp einen anderen Umgang mit den Spielern: „Wir müssen eine Erwartungshaltung kreieren, mit der die Spieler umgehen können. Zum Spiel gehört, dass man sich frei fühlt, dass man überperformen kann. Dass man nicht ständig das Gefühl hat: Wir sind nicht gut genug, wir machen es niemandem recht.“

Im Video | Einigung mit dem DFB? Klopp äußert sich

Player wird geladen

Quelle: MagentaTV

Klare Ideen für die Jugend

Klopp sprach sich zudem für eine einheitliche „Ausbildungssprache“ aus. Ob diese bereits existiere, wisse er nicht: „Ich kann nicht mal sagen, ob das nicht inzwischen schon der Fall ist.“ Fest stehe aber, dass es in den Nachwuchsleistungszentren hauptamtliche Trainer gebe. Der ehemalige Coach des FC Liverpool warnte vor den Folgen: „Wenn du da morgens um acht schon sitzt, die Kinder kommen nach der Schule um 16 Uhr zum Training, dann sagst du nicht: Jetzt spielt einfach mal. Sondern du hast zehn Ideen, 20 Ideen. Es gibt bestimmt auch ein Übercoaching, nicht überall, aber es kommt vor.“

Sein Gegenentwurf: „Kicken, kicken, kicken.“ Den Blick richtete Klopp auch auf die langfristige Nachwuchsgewinnung: „Wir müssen Kinder zum Sport bringen, und die Kinder, die Sport machen, müssen wir zum Fußball bringen. Das ist nicht für morgen – das ist für die Zukunft.“

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version