Winziges Königreich
Ungewöhnlicher Ort: Hier boomt der Tourismus
Aktualisiert am 29.05.2026 – 13:07 UhrLesedauer: 3 Min.
Weltweit wird wieder so viel gereist wie vor der Pandemie, und es wird mehr. Ein kleines Land profitiert von der Reiselust ganz besonders und weiß das zu nutzen.
Weltweit reisten im Jahr 2025 mehr als 1,5 Milliarden Touristen ins Ausland – fast 60 Millionen mehr als 2024. Laut dem neusten Tourismus-Barometer der Vereinten Nationen stieg die Zahl der internationalen Ankünfte um vier Prozent und näherte sich damit wieder dem durchschnittlichen Vor-Pandemie-Wachstum von fünf Prozent an.
Während Europa die meistbesuchte Region der Welt blieb – mit fast 800 Millionen Ankünften und einem soliden Wachstum von sechs Prozent gegenüber 2024 –, waren die Reiseziele mit dem rasantesten Zuwachs aber nicht die üblichen Verdächtigen. Eine der Überraschungen: Bhutan, ein lange isoliertes Königreich, verzeichnete ein Wachstum von 30 Prozent. Warum floriert das Geschäft in dem kleinen Land am Rande des Himalaja?
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Bhutan verlangt eine hohe Touristengebühr
Bhutan öffnete seine Grenzen für den Tourismus erstmals in den 1970er-Jahren und verfolgt seitdem eine Strategie, die darauf fußt, nicht viele, dafür aber gut zahlende Touristen ins Land zu holen. Dass das Land 2025 einen Zuwachs bei den Ankünften von 30 Prozent verzeichnete, scheint zunächst im Widerspruch zu dieser restriktiven Politik zu stehen.

Bhutan
Lage: In Südasien im östlichen Himalaja, zwischen Indien und China (Tibet)
Hauptstadt: Thimphu
Größe: 38.000 km²
Einwohner: 800.000, mit hoher ethnischer Vielfalt
Staatsform: Königreich mit einem parlamentarisch-demokratischen System
Klima: extrem höhenabhängig, reicht von subtropisch im Süden bis zu arktischem Dauerfrost im Hochgebirge
Beschwerliche Anreise und hohe Tagesgebühr
Bhutan versucht, das Tourismuswachstum nachhaltig zu gestalten – unter anderem durch eine „Sustainable Development Fee“ (staatliche Gebühr für nachhaltige Entwicklung). Diese Tagesgebühr für Touristen liegt derzeit bei 100 US-Dollar (85 Euro) pro Nacht. Sie wird eingesetzt, um Infrastruktur, öffentliche Einrichtungen und Dienstleistungen im Land zu finanzieren. Vor der Pandemie lag die Gebühr sogar doppelt so hoch bei 200 US-Dollar pro Erwachsenem, wurde aber 2023 nach unten geschraubt, um den Reiseverkehr wieder anzukurbeln.
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In das Land zwischen Indien und China zu gelangen, ist nicht unkompliziert. Ausländer (außer Staatsbürger Indiens, Bangladeschs und den Malediven) müssen eine über ein Reisebüro gebuchte Reise unternehmen, was in der Regel die Begleitung durch einen lizenzierten einheimischen Reiseleiter beinhaltet. Das Visum wird nur in Verbindung mit einem festen Reiseplan und einem lokalen Führer ausgestellt, erklärt das Auswärtige Amt.
