Klausur in der Villa Borsig

Verbrenner-Aus: Was Merz erreichen kann und was nicht


Aktualisiert am 30.09.2025 – 13:03 UhrLesedauer: 3 Min.

Merz lädt die Branche zum Autogipfel ein und rüttelt am Verbrenner-Aus. (Archivbild) (Quelle: Sven Hoppe/dpa/dpa-bilder)

Autoindustrie und Zulieferer klagen über das geplante Verbrenner-Aus ab 2035. Kanzler Merz will die Vorgaben kippen, doch die Entscheidung liegt nicht nur bei ihm.

Vor der Kabinettsklausur in der Berliner Villa Borsig nahm der Kanzler schon einmal Fahrt auf. „Es ist grundsätzlich falsch, wenn der Staat einseitig Technologien vorgibt“, sagte Friedrich Merz am vergangenen Freitag auf einem Wirtschaftstreffen. Auf der Automobilausstellung IAA Anfang September hatte Merz noch zurückhaltender geklungen. Nun positioniert er sich hinter dem Stichwort Technologieoffenheit. Im Klartext: Merz stellt sich gegen das Aus für den Verbrennungsmotor.

„Wir setzen alles daran, dass die deutsche Wirtschaft wieder Tritt fasst und dass sie wieder auf Wachstumskurs kommt, dass der deutsche Standort wieder attraktiv genug wird für Investitionen“, sagte Merz am Dienstag vor den Beratungen in Berlin.

Die EU-Staaten hatten 2022 ein Zieldatum vereinbart. Ab 2035 sollten in der EU keine Neuwagen mehr mit Verbrennungsmotor zugelassen werden. Doch nun rückt selbst die EU-Kommission von ihren Zielen ab.

Doch ist dazu auch europäische Unterstützung notwendig. Schon am Mittwoch auf dem informellen Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Kopenhagen soll das Thema Verbrenner-Aus behandelt werden. Unterstützung kommt aus Frankreich, wo der Autobauer Stellantis kriselt, zu dem auch die deutsche Marke Opel mit Werken in Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern gehört.

Auch Italien will das Ende von Diesel- und Ottomotor zeitlich strecken. Regierungschefin Giorgia Meloni spach von „ideologischer Verbohrtheit“. Ihr Industrieminister Adolfo Urso sagte vergangene Woche vor einem Treffen mit den EU-Fachkollegen: Europas Autoindustrie sei „zusammengebrochen“ und sagte „Zehntausende“ Entlassungen in der Branche voraus, wenn die EU ihren Kurs nicht ändere.

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