Seit Jahren geplant
Verhindert die Mehlschwalbe ein Kölner Mega-Bauprojekt?
19.11.2025 – 13:11 UhrLesedauer: 2 Min.

Wegen des Großmarktabrisses verklagen Tierschützer jetzt die Stadt Köln. Sie wollen Gründe für eine Abrissverhinderung sammeln.
Seit Jahren ist der Abriss des Kölner Großmarkts ein Thema in der Südstadt – nun könnte er, eigentlich für das Jahresende geplant, doch noch scheitern. Oder sich zumindest verzögern. Widerstand dagegen kommt jetzt nämlich von Tierschützern.
Der Verein „Straßenkatzen Köln e.V.“ hat Klage gegen die Stadt Köln eingereicht, um Zugang zu Unterlagen über den geplanten Abriss des ehemaligen Großmarkts zu erhalten. Auf dem Gelände leben den Tierschützern zufolge derzeit nämlich nicht nur 100 Straßenkatzen, sondern auch geschützte Arten wie Fledermäuse, Mehlschwalben und Zauneidechsen.
Die Klage wurde Ende Oktober beim Verwaltungsgericht Köln eingereicht. Eine Gerichtssprecherin sagte der Kölner Lokalredaktion von t-online, dass es sich dabei um ein Verfahren nach dem Umweltinformationsgesetz (UIG), nicht um eine baurechtliche Klage gegen den Abriss selbst handelt.
Mania Leverinhaus, Sprecherin der Tierschützer, sagte der Kölner Lokalredaktion von t-online: „Ziel dieser Klage ist, dass wir die Unterlagen erhalten, mit denen wir belegen können, dass nicht abgerissen werden darf aus Gründen des Tier- und Naturschutzes.“
Auch Anträge auf Zugang zu relevanten Umweltunterlagen seien unbeantwortet geblieben, so die Kläger. Im Rahmen des Projekts „Parkstadt Süd“ soll auf dem Gelände ein neues Stadtquartier entstehen, was den Abriss der denkmalgeschützten Großmarkthalle einschließt.
Die Kosten für das Großbauprojekt werden auf über eine Milliarde Euro geschätzt. Geplant sind Gewerbeflächen für etwa 4.300 Arbeitsplätze, rund 3.300 neue Wohneinheiten sowie circa 30 Hektar Grünflächen. Ein Termin für die mündliche Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht steht noch nicht fest. Eine Sprecherin des Gerichts teilte am Dienstag mit, dass sich daher kein Entscheidungszeitpunkt benennen lasse.
