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Florida verklagt Sam Altman und OpenAI – Anthropic will an die Börse
Aktualisiert am 02.06.2026 – 00:32 UhrLesedauer: 3 Min.
KI-Gigant Anthropic macht den Schritt zur Aktienplatzierung. Sein Konkurrent OpenAI sieht sich derweil mit einer Klage wegen Gefährdung von Jugendlichen konfrontiert.
Die Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Florida hat eine Klage gegen OpenAI und dessen Chef Sam Altman eingereicht. Die Justiz wirft dem Konzern die Gefährdung minderjähriger Nutzer vor. „Wir gefährden unsere Kinder und täuschen Eltern, indem wir ihnen vorgaukeln, die Anwendung sei sicher. Was sie eindeutig nicht ist“, sagte Floridas Generalstaatsanwalt James Uthmeier am Montag. Er forderte eine Strafe in Höhe von 10.000 Dollar (umgerechnet 8600 Euro) pro Verstoß.
„Wir wissen, dass ChatGPT süchtig machen kann. Die Anwendung imitiert Empathie und menschliche Eigenschaften, um Nutzer dazu zu bringen, ihr immer mehr Informationen zu geben“, fügte Uthmeier hinzu. „Menschen werden verletzt, Eltern getäuscht, und sie müssen dafür bezahlen.“
Der Staatsanwalt kritisierte zudem das Fehlen einer Altersverifizierung für die App. „Obwohl die Nutzung von ChatGPT durch Minderjährige, darunter auch Kinder im vorpubertären Alter, öffentlich bekannt ist, haben die Beklagten keine Maßnahmen ergriffen, um deren Nutzung von ChatGPT zu verhindern“, führte Uthmeier aus.
In der Klage zitiert der Staatsanwalt eine Studie, die über Schlafmangel, sich verschlechternde Schulnoten und schwindende soziale Kontakte bei Teenagern berichtet, die den Chatbot Character.AI benutzten, einen Konkurrenten von ChatGPT. In einer weiteren, in der Klageschrift zitierten Studie, wurden fragwürdige Antworten von ChatGPT auf Anfragen vermeintlicher Jugendlicher wiedergegeben. Demnach erteilte die App Ratschläge auch zur „sicheren“ Planung eines Suizids oder einer Selbstverletzung.
Die Nutzung von ChatGPT ist für Kinder unter 13 Jahren verboten, im Alter von 13 bis 17 ist die Zustimmung der Eltern erforderlich. Eine formelle Altersverifikation ist aber nicht erforderlich. Stattdessen hatte OpenAI im Januar ein System eingeführt, das das Alter der Nutzen schätzen und das Verhalten der App entsprechend anpassen soll.
Anthropic will an die Börse
Die KI-Firma Anthropic, die der schärfste Rivale des ChatGPT-Entwicklers OpenAI ist, nimmt indes Kurs auf die Börse. Ein Antrag für eine Aktienplatzierung wurde zunächst vertraulich eingereicht, wie Anthropic mitteilte. Damit bleiben Geschäftsinformationen zunächst unter Verschluss, während die Unterlagen von der US-Börsenaufsicht SEC geprüft werden.
Der Börsengang könnte einer der drei größten in diesem Jahr werden. Die KI-Firma schloss zuletzt eine 65 Milliarden Dollar schwere Finanzierungsrunde zu einer Gesamtbewertung von 900 Milliarden Dollar ab. Auch OpenAI werden Börsenambitionen nachgesagt, die in ähnlichen Dimensionen liegen könnten.
Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX, in der inzwischen auch seine KI-Firma xAI aufgegangen ist, könnte bereits Mitte Juni an die Börse gehen. Dabei wird Medienberichten zufolge eine Gesamtbewertung von bis 1,8 Billionen Dollar angestrebt. Mit demnach erhofften Erlösen von bis zu 80 Milliarden Dollar wäre es der mit Abstand größte Börsengang.
ChatGPT-Macher: Kein Wettlauf an die Börse
OpenAI-Chef Altman sagte nach der Anthropic-Ankündigung, seine Firma sehe sich nicht im Rennen darum, wer zuerst an der Börse notiert sein wird. „Wir werden es machen, wenn wir glauben, dass es Sinn ergibt“, betonte er in einem Interview des Senders CNBC. Vor einigen Monaten berichtete die Webseite „The Information“, OpenAI-Finanzchefin Sarah Friar halte das Unternehmen noch nicht reif für einen Börsengang. OpenAI wies damals zurück, dass es bei dem Thema Differenzen in der Führungsetage gebe.
Zugleich gibt es nach wie vor Zweifel, ob die Investitionen von hunderten Milliarden Dollar in Infrastruktur für Künstliche Intelligenz am Ende wieder zurückverdient werden können. Altman sagte dazu bei CNBC, man werde nach seiner Einschätzung in einem oder zwei Jahren besser erkennen können, dass sich die hohen Ausgaben rechnen.
