Mehr als 200 Haustiere registriert
Und das Projekt wächst: Inzwischen steht der Initiative eine zweite Ausgabestelle zur Verfügung. Ein Wohnungskonzern, so Wilke, überließ der Tiertafel den Raum für zwei Jahre mietfrei. Das Projekt unterstütze mittlerweile etwa hundert Braunschweiger Haushalte. Die Hilfe erreicht mehr als 200 Haustiere.
Wer Unterstützung erhalten möchte, muss sich anmelden und seine Bedürftigkeit belegen. Kontrolliert werden unter anderem Personalausweis, Impfausweise und Fotos der Tiere sowie bei Hunden die Anmeldung. Auch Wohngeldbescheide oder vergleichbare Nachweise müssen vorgelegt werden. „Wir geben nicht wahllos raus“, betont Wilke. Zu groß sei die Gefahr, dass das Engagement der Tiertafel ausgenutzt wird.
Dabei gehe es um Tiere, die bereits in den Haushalten leben. Die Tiertafel wolle niemandem ermöglichen, sich trotz fehlender finanzieller Mittel ein weiteres Tier anzuschaffen. Kritik bekommt Wilke dennoch zu hören: Manche Menschen seien der Ansicht, Bedürftige sollten grundsätzlich keine Haustiere halten. „Die Haustiere sind ja da und nicht neu angeschafft“, entgegnet sie.
Unter den versorgten Tieren sind vorwiegend Hunde und Katzen, aber auch ein Meerschweinchen, Wellensittiche, Nymphensittiche, ein Kanarienvogel und ein Großsittich. Zusätzlich bringt die Tiertafel Futter ins Café Relax, einen Treffpunkt für Drogenabhängige in Braunschweig. Dort versorgt sie zwölf Hunde und eine Katze.
Ohne Spenden wären 22.000 Euro nötig
Zwischen 15 und 20 Menschen engagieren sich inzwischen ehrenamtlich für die Tiertafel. Der feste Stamm besteht aus neun Helfern, sagt Wilke. Entscheidend seien jedoch auch die Spenden aus Braunschweig und der Umgebung.

Wilke setzt dabei voll auf den Zusammenhalt innerhalb der Stadt. In Geschäften, Apotheken und Fahrschulen stehen Spendendosen. Tierbedarfsläden in Wenden und Königslutter unterstützen die Initiative. In mehreren Supermärkten können Kunden gekauftes Futter direkt in Sammelkisten legen. Ohne Futterspenden müsste die Tiertafel nach Wilkes Berechnung monatlich knapp 22.000 Euro für Futter aufbringen.
Diese Projekte sollen noch folgen
Die bislang größte Geldspende erhielt die Initiative beim Giving Circle der Bürgerstiftung Braunschweig, einem Crowdfunding-Event zur Förderung gemeinnütziger Projekte. Rund 10.000 Euro kamen dabei zusammen. Von einem Teil des Geldes kaufte Wilke Floh- und Zeckenmittel für mehr als 200 Tiere. Außerdem stellte sie weitere Sammelkisten in Braunschweiger Supermärkten auf.