„Versehentlich“

Im Museum: Kind beschädigt Meisterwerk von Magritte


15.06.2026 – 14:55 UhrLesedauer: 2 Min.

René Magritte auf einer Riesenfotografie bei einer Ausstellungseröffnung in Sydney: Der Belgier war einer der wichtigsten Vertreter des Surrealismus. (Quelle: IMAGO/DAN HIMBRECHTS)

Restauratoren sind dabei, ein surrealistisches Gemälde von René Magritte wiederherzustellen. Es wurde durch einen Tannenzapfen zerkratzt.

Das Gemälde „Das Schloss der Pyrenäen“ des belgischen Künstlers René Magritte (1898–1967) ist von einem fünfjährigen Jungen „leicht“ beschädigt worden. Das teilte das Israel-Museum in Jerusalem mit. Der Junge habe mit einem Tannenzapfen herumgespielt und dabei das Meisterwerk des großen Surrealisten gestreift. Derzeit arbeiten Restauratoren des Museums an der Wiederherstellung, heißt es.

Ein Sprecher des Museums erklärte CNN: „Als eines unserer meistbesuchten Gemälde wurde es vor einigen Wochen von einem fünfjährigen Jungen und seiner Großmutter in unseren Galerien für moderne Kunst gezielt aufgesucht. Dabei kam es zu einem geringfügigen Schaden.“ Der Sprecher betonte, der Schaden sei „versehentlich“ entstanden und stelle „einen bedauerlichen Vorfall dar, wie er gelegentlich weltweit vorkommt“. Das Werk soll so schnell wie möglich in die Ausstellung zurückkehren.

Kommen Barrieren?

Womöglich könnte der Vorfall darin resultieren, dass Besucher bald durch Abstandhalter daran gehindert werden, einem Gemälde zu nahe zu kommen. Der Sprecher fügte hinzu, dass das Museum nach einer Möglichkeit suche, „das Besuchererlebnis mit der Notwendigkeit abzuwägen, Barrieren vor Kunstwerken aufzustellen“.

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Tatsächlich ist es nicht das erste Mal, dass ein Werk eines weltberühmten Künstlers von einem jungen Museumsbesucher beschädigt wurde. Im vergangenen Jahr musste ein Gemälde von Mark Rothko, dessen Wert auf mehrere Millionen Dollar geschätzt wird, aus dem Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam entfernt werden. Das Gemälde „Grey, Orange on Maroon, No. 8“ war von einem Kind zerkratzt worden.

Das 1959 entstandene „Schloss der Pyrenäen“ von Magritte zeigt eine Burg auf einem riesigen Felsen, der über einer stürmischen See schwebt. Laut dem Israel-Museum gehört es zu den Höhepunkten der Sammlung. In Auftrag gegeben worden war das Werk von Magrittes engem Freund und Förderer Harry Torczyner. Er schenkte es dem Israel-Museum 1985 zum 20-jährigen Bestehen.

Werke von Magritte, einer der bedeutendsten Künstler der surrealistischen Bewegung des 20. Jahrhunderts, erzielen bei Auktionen regelmäßig enorme Summen. Im Jahr 2024 wurde sein Gemälde „L’empire des lumières“ von 1954 bei Christie’s in New York für den Rekordpreis von 121 Millionen US-Dollar versteigert.

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