Überlegt er zu viel? Kommt jetzt das große Zittern? „Es wird irgendwann in dieser Saison den Moment geben, wo es zu ihm durchdringt: Ich kann Weltmeister werden. Und dann fühlt er den Druck“, sagte schon der frühere Formel-1-Fahrer Jenson Button, 2009 selbst Titelträger, vorher. Und tatsächlich schleichen sich immer wieder Fehler ein. Ein Wackler hier, ein Verbremser da – nichts, was für einen Piloten seines Alters ungewöhnlich wäre. Aber Antonelli ist nun mal WM-Führender.
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Erinnerung an einen Konkurrenten: In der vergangenen Saison war Antonellis McLaren-Rivale Oscar Piastri schon auf dem Weg zu seinem ersten WM-Titel, ehe eine Durststrecke einsetzte, die ihn letztlich den Titel kostete und seinen Teamkollegen Lando Norris zum Weltmeister machte. Start der schwarzen Serie: beim Großen Preis von Italien. Mittlerweile wartet der Australier seit einem Jahr auf den nächsten Sieg.
„Ich werde es mehr genießen können“
Antonelli könnte ebenfalls alles verlieren. Hinzu kommt: Ausgerechnet an sein „Heimrennen“ hat er bisher keine guten Erinnerungen. Der Italiener war 18 Jahre alt, als er dort in seinem ersten Formel-1-Training schon nach zehn Minuten mit hohem Tempo in die Reifenstapel krachte. Er war 19, als sein Teamchef ihm eine „enttäuschende“ Leistung beim ersten Grand Prix in Monza bescheinigte.
Damals belegte er im Rennen nur Rang neun, nachdem er erst für eine Kollision mit Williams-Pilot Alexander Albon eine Fünf-Sekunden-Strafe erhalten hatte und dann auch noch wegen wiederholten Überfahrens der Streckenbegrenzungen die schwarz-weiße Flagge gezeigt bekam.
Nun hat er bei seinem zweiten Formel-1-Auftritt in der Lombardei durch die Strafe nur geringe Siegchancen, obwohl auf dem altehrwürdigen Kurs viele Überholmanöver möglich sind.
Jedoch ist Kimi Antonelli 2026 ein anderer als noch im vergangenen Jahr. Der Jungstar geht dadurch wohl gelöster in den neuerlichen Lauf auf dem Autodromo Nazionale di Monza. „Andere Einstellung, anderes Mindset, ich werde es mehr genießen können“, sagte er im Vorfeld des Rennwochenendes. „Ich fühle mich viel erwachsener, viel mehr in Kontrolle. Ich habe bewiesen, dass ich gewinnen kann. Dieses Jahr Erfahrung macht einen Riesenunterschied, wie ich die Dinge angehe.“