Neue Kennzeichnung

YouTube macht Hinweise auf KI-Videos sichtbarer


28.05.2026 – 14:08 UhrLesedauer: 2 Min.

YouTube auf Desktop und Handy: Die Plattform markiert KI-Clips künftig selbst. (Quelle: IMAGO/Algi Febri Sugita/imago)

Wer bei YouTube ein realistisch anmutendes Video sieht, soll künftig schneller erkennen, ob KI im Spiel war. Die Plattform setzt die Hinweise notfalls selbst.

YouTube hat angekündigt, KI-generierte Videos künftig selbst zu erkennen und für die Zuschauer auffälliger zu kennzeichnen. Das teilte das Unternehmen in einem Blogeintrag mit. Die Plattform reagiert damit auf die wachsende Zahl täuschend echter Videos, die mithilfe Künstlicher Intelligenz entstehen.

Bislang stand der Hinweis auf einen KI-Einsatz lediglich in der Videobeschreibung, die viele Nutzer nicht aufklappen. Künftig soll er bei normalen Videos direkt unter das Bild rücken, oberhalb der Beschreibung. Bei Shorts, den kurzen Videos im Hochformat, legt YouTube den Hinweis als Einblendung über das Bild.

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Die auffällige Platzierung gilt nur für Videos, die fotorealistisch, also täuschend echt wirken oder stark mit KI verändert wurden. Bei offensichtlich künstlichen, animierten oder geringfügig veränderten Inhalten bleibt der Hinweis wie bisher in der Beschreibung.

Plattform prüft Videos selbst

Neu ist ein System, das bei hochgeladenen Videos automatisch prüft, ob zur Erstellung KI verwendet wurde. Erkennt das System einen erheblichen Anteil fotorealistischer KI, setzt es den Hinweis selbst – auch dann, wenn der Ersteller nichts angegeben hat. Die Pflicht zur eigenen Angabe bleibt dennoch bestehen. Wer eine Markierung für falsch hält, kann sie im Verwaltungsbereich YouTube Studio anfechten.

YouTube-Oberfläche: Der KI-Hinweis ist für Nutzer künftig besser sichtbar als bislang. (Quelle: YouTube LLC)

In einigen Fällen lässt sich der Hinweis nicht entfernen. Das betrifft Videos, die mit YouTubes eigenen Werkzeugen Veo oder Dream Screen erstellt wurden. Dauerhaft bleibt die Markierung auch, wenn die Datei verborgene Zusatzinformationen nach dem offenen Standard C2PA enthält, die auf eine vollständig von KI erzeugte Aufnahme verweisen. Hinter C2PA steht ein Zusammenschluss zur Herkunftsprüfung digitaler Medien, den unter anderem Microsoft, Intel und Adobe unterstützen.

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Keine Folgen für Reichweite und Werbung

Auf die Empfehlungen und die Vermarktung der Videos habe die Kennzeichnung keinen Einfluss, erklärte YouTube. Es gehe allein um mehr Klarheit für die Zuschauer. Die Offenlegungspflicht für fotorealistische KI-Inhalte gilt bei YouTube seit 2024. Das Unternehmen begründet die Änderungen mit Rückmeldungen aus seiner Nutzerschaft, die es seitdem gesammelt habe.

Das automatische System soll schrittweise starten. Bald greifen zudem in der EU strengere Vorgaben: Der AI Act, das KI-Gesetz der Europäischen Union, verlangt ab August von Anbietern, künstlich erzeugte Medien maschinenlesbar zu kennzeichnen.

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