Unsichtbares Wasserzeichen

Googles KI-Erkennung steht jetzt jedem offen


07.10.2026 – 16:00 UhrLesedauer: 2 Min.

Deep Fake oder nicht? Googles KI-Detektor macht digitale Wasserzeichen für alle sichtbar. (Quelle: Christian Ohde/imago)

Google will KI-Inhalte erkennbar machen, kostenlos und für jeden. Ab sofort steht das Prüfwerkzeug allen Nutzern zur Verfügung – mit einer wichtigen Einschränkung.

Google hat sein Prüfportal für KI-Inhalte für alle Nutzer freigeschaltet. Über die Webseite des sogenannten SynthID-Detektors lässt sich ohne Fachkenntnisse überprüfen, ob ein Bild, ein Video oder eine Audiodatei mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert wurde. Dies teilte der Konzern in einem Blogbeitrag mit.

Bisher war das Werkzeug nur einem kleinen Kreis zugänglich. Seit dem Start im Mai 2025 konnten sich Wissenschaftler, Journalisten und andere Medienschaffende auf eine Warteliste setzen lassen. Diese Hürde fällt nun weg.

SynthID sucht nach einem unsichtbaren Wasserzeichen, das Google seit 2023 in KI-generierte Medien einbettet. Nutzer laden eine Datei hoch, das Portal prüft sie und meldet, ob es ein Wasserzeichen findet. Bei Videos und Audiodateien weist es zusätzlich die Abschnitte aus, in denen das Wasserzeichen steckt.

Auch Konkurrenten setzen das Wasserzeichen

Erkannt wird nicht nur Material aus Googles eigenen Modellen. Nach Angaben auf der Portalseite haben auch der Chiphersteller Nvidia, der ChatGPT-Entwickler OpenAI und der südkoreanische Konzern Kakao die Technik übernommen. Auch KI-erzeugte und KI-bearbeitete Inhalte von Apple sollen bald mithilfe des Detektors erkannt werden.

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Nach Angaben von Google tragen inzwischen mehr als 180 Milliarden Bilder und Videos ein solches Wasserzeichen. Die markierten Audioaufnahmen ergäben aneinandergereiht eine Laufzeit von 240.000 Jahren. Prüffunktionen sind bereits in die Suche, die Gemini-App und den Browser Chrome eingebaut. Sie verarbeiten dem Unternehmen zufolge täglich mehr als eine Million Anfragen.

Was der Test nicht leistet

Der SynthID-Detektor prüft ausschließlich auf dieses eine Wasserzeichen. Google weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich nicht um eine allgemeine KI-Erkennung handelt. Findet das Werkzeug kein Wasserzeichen, belegt das nicht, dass eine Aufnahme echt ist. Inhalte aus Programmen ohne Wasserzeichen bleiben unerkannt, ebenso älteres KI-Material aus der Zeit vor der Einführung.

Google räumt zudem ein, dass das Verfahren an Grenzen stößt. Das Wasserzeichen übersteht nach Unternehmensangaben zwar Filter, Farbänderungen und Komprimierung. Wer genügend Bearbeitungsschritte ausprobiere, finde aber womöglich einen, der die Erkennung aushebelt. In seltenen Fällen schlage die Prüfung auch bei Material an, das gar kein Wasserzeichen trägt.

Für ein verlässliches Ergebnis rät das Unternehmen, die Datei in möglichst hoher Qualität hochzuladen. Starke Komprimierung und Bearbeitung verschlechtern die Erkennung.

Texte kann das Portal bislang nicht prüfen. Zwar setzt Google auch in Texte aus der Gemini-App ein Wasserzeichen. Als unterstützte Formate nennt die Prüfseite aber nur Bilder, Videos und Audiodateien.

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