„Keinen Krieg der Armen auslösen“

Dieser Käse wird in Italien knapp


23.10.2026 – 10:38 UhrLesedauer: 2 Min.

Mozzarella die Bufala Campana DOP präsentiert auf ein Teller (Symbolbild): Der weltberühmte Käse wird knapp. (Quelle: IMAGO / Pond5 Images/imago-images-bilder)

Die Büffel werden gemolken, die Milch ist da – und trotzdem wird eine italienische Spezialität knapp.

Italien ohne Büffelmozzarella? Was bloß nach einer schlechten Nachricht für Käse- oder Pizzaliebhaber klingt, wird im Süden des Landes zunehmend zum Problem. In der Region Kampanien stehen zahlreiche Käsereien still, in Supermärkten wird die Spezialität bereits knapp. Dabei mangelt es nicht an milchgebenden Büffeln.

Die Tiere werden weiterhin täglich gemolken. Nur kommt ihre Milch nicht mehr dort an, wo daraus Mozzarella werden soll, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa schreibt. Seit mehr als einer Woche blockieren protestierende Lastwagenfahrer wichtige Verkehrswege in Süditalien. Für Wut sorgen die hohen Dieselpreise im Land. Bereits vor einigen Tagen hatten die Blockaden die Versorgung mit einem weiteren italienischen Klassiker gefährdet: Pasta.

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Für die Hersteller des weltberühmten Käses ist das besonders heikel. „Der Büffelmozzarella aus Kampanien mit geschützter Ursprungsbezeichnung (DOP) ist ein Frischprodukt, das daher besonders stark unter den Schwierigkeiten leidet“, teilte das Konsortium zum Schutz der „Mozzarella di Bufala Campana DOP“ mit. Denn bei der Spezialität läuft buchstäblich die Uhr: Um die EU-geschützte Herkunftsbezeichnung tragen zu dürfen, muss die Milch innerhalb von 60 Stunden verarbeitet werden. Sonst darf der Käse nicht unter diesem Namen verkauft werden.

Appell aus Italien: Keinen „Krieg der Armen“ auslösen

„Derzeit produzieren die Züchter zwar Milch, können diese aber aufgrund der Transportblockade nicht zu den Käsereien bringen“, erklärte Konsortiumsdirektor Pier Maria Saccani am Mittwoch. Viele Käsereien hätten deshalb bereits geschlossen. Auf den Höfen geht die Arbeit dagegen weiter: Die Büffel müssen täglich gefüttert und gemolken werden. Doch die Bauern wissen zunehmend nicht mehr, wohin mit der Milch.

Auch in den Supermärkten wird Büffelmozzarella bereits knapp. Das größere Problem sei jedoch der Produktionsstillstand, warnte das Konsortium. Da die Proteste weitergehen sollen, droht sich die Lage weiter zu verschärfen. Saccani appellierte deshalb an die Lkw-Fahrer, zumindest verderbliche Waren passieren zu lassen, um „keinen Krieg der Armen auszulösen“.

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