Pilotprojekt

Mehr als Brot und Butter: Kaufland testet neues Angebot


07.05.2026 – 07:11 UhrLesedauer: 2 Min.

Mehr als nur Brot und Gemüse: Kaufland testet nun Apothekenterminals in einigen Filialen. (Quelle: IMAGO/mix1/imago)

Die Zahl der Apotheken sinkt, die Wege zur nächsten Filiale werden länger. Eine Entwicklung, aus der bei Kaufland eine neue Geschäftsidee wächst.

Im Supermarkt gibt es längst nicht mehr nur Brot, Butter und Eier. Immer häufiger haben Kunden vor Ort auch die Möglichkeit, ihre Rezepte einzulösen und Medikamente zu bestellen. Möglich machen das Apothekenterminals.

Nun testet auch Kaufland die Geräte. Laut „Stuttgarter Zeitung“ hat die Supermarktkette in Baden-Württemberg ein Pilotprojekt gestartet. An den fünf Standorten in Bietigheim, Leonberg, Backnang, Sinsheim und Schwetzingen können Kunden nun E-Rezepte über ihre Versichertenkarte einlösen sowie frei verkäufliche Medikamente bestellen. Aufgestellt sind die Automaten im Eingangsbereich der Supermärkte, in der Sinsheimer Filiale direkt neben den Leergutautomaten. Bezahlt wird gleich am Terminal.

Die Kunden können im Anschluss ihre Medikamente in einer Apotheke in der Bietigheimer Kaufland-Filiale abholen. Ab einem Bestellwert von zehn Euro oder bei Einlösung eines Rezepts werden die Medikamente per DHL kostenfrei nach Hause geliefert.

Für das Angebot arbeitet Kaufland mit lokalen Apotheken zusammen, die die pharmazeutische Prüfung und Abwicklung übernehmen. Kaufland stellt lediglich die Infrastruktur zur Verfügung.

Das Angebot erfolgt vor dem Hintergrund sinkender Apothekenzahlen. Im ersten Quartal 2026 sank die Zahl der Apotheken laut der Bundesvereinigung Deutscher Apothekenverbände (ABDA) auf 16.541 – ein historischer Tiefstand. Vom Apothekenschwund ist besonders der ländliche Raum betroffen.

Die Apotheken beklagen die schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen. Trotz steigender Kosten für Miete, Energie und Personal ist das Honorar der Apotheken für rezeptpflichtige Medikamente – das sogenannte Apothekenfixum – seit 2013 nicht angepasst worden.

In diese Lücke stoßen zunehmend Handelsunternehmen vor, für die Gesundheitsdienstleistungen immer interessanter werden. Die Filialen werden immer mehr zu Versorgungszentren und locken zusätzliche Kundschaft an. Auch die Drogeriekette dm bietet in einigen ihrer Filialen mittlerweile Blut- und Hautanalysen sowie Sehtests an.

„Wir sehen in dem Thema medizinische Versorgung auf unseren Vermietungsflächen großes Potenzial und glauben, dass dieses Konzept sehr vielversprechend ist“, sagte René Wolf, Leiter Vermietung bei Kaufland, zur „Stuttgarter Zeitung“. Die Apothekenterminals sind nicht der einzige Testballon der Supermarktkette. In einer Filiale in Mosbach – ebenfalls Baden-Württemberg – hat Kaufland eine digitale Arztpraxis integriert, in der Kunden direkt nach dem Einkauf mit einem Arzt in Verbindung treten können.

Ob Kaufland das Angebot künftig auf weitere Märkte ausweitet, hängt zum großen Teil von der Akzeptanz seitens der Kunden ab.

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