Texte aus der Maschine?

KI-Vorwurf an Reiche – Ministerium dementiert

Aktualisiert am 01.07.2026 – 21:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Katherina Reiche: Nutzte die Ministerin KI, ohne dies zu kennzeichnen? (Quelle: IMAGO/Andreas Gora/imago)

Für zwei Gastbeiträge soll die Bundeswirtschaftsministerin KI genutzt haben. Nun reagiert Katherina Reiches Ressort mit einem Dementi.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) steht wegen des möglichen Einsatzes künstlicher Intelligenz (KI) beim Verfassen von Gastbeiträgen in der Kritik. Nach Recherchen des „Spiegel“ weisen zwei Beiträge aus dem April laut Analyseprogrammen deutliche Merkmale KI-generierter Texte auf.

Dem Bericht zufolge kamen die Programme Pangram und GPTZero bei einem Gastbeitrag im „Handelsblatt“ zu dem Ergebnis, dass etwa das erste Drittel des Textes mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer KI erstellt wurde. Auch ein Gastbeitrag in der FAZ weise nach Auswertung mit Pangram einen hohen Anteil mutmaßlich KI-generierter Inhalte auf.

Wirtschaftsministerium reagiert auf KI-Vorwurf

Einen eindeutigen Beleg liefern solche Programme nicht: Die Ergebnisse gelten als Indizien, nicht als Beweis. Als weiteres Indiz nahm der „Spiegel“ die Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf die Frage der Zeitung, ob und in welchem Umfang KI bei dem FAZ-Beitrag eingesetzt wurde: Diese beantwortete das Ministerium nicht direkt.

Nun aber hat das Wirtschaftsministerium den „Spiegel“-Bericht in Teilen dementiert. „Der besagte Namensbeitrag in der FAZ ist, anders als behauptet, definitiv nicht mit KI geschrieben worden“, sagte eine Ministeriumssprecherin am Mittwoch t-online.

  • Landtagsverhältnisse geändert: Ehemaliger CDU-Politiker wechselt zur AfD-Fraktion
  • Bei Protestaktion: Greenpeace-Boot nähert sich Tanker – Russen-Fregatte greift ein

Generell sei die Nutzung von KI lediglich ein unterstützendes Werkzeug, um Recherchen vorzunehmen oder zum Korrekturlesen. „KI-generierte Beiträge entstehen dabei nicht“, versicherte die Sprecherin.

„Handelsblatt“ will Reiche-Text nicht löschen

Die Debatte über den Einsatz von KI in der Politik war zuletzt bereits durch Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) und Thüringens Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU) angeheizt worden. Beide hatten den Einsatz von KI beim Erstellen von Reden oder Gastbeiträgen eingeräumt.

Während die FAZ nach den Angaben des „Spiegel“ auf Fragen zum Umgang mit Reiches Gastbeitrag nicht reagierte, erklärte das „Handelsblatt“, den Beitrag nicht von seiner Webseite zu entfernen. Grundsätzlich würden dort KI-generierte Inhalte gekennzeichnet. Für das Bundeswirtschaftsministerium gelte hingegen eine Kennzeichnungspflicht nur für fachlich ungeprüfte KI-Inhalte.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version