Skandal um Nationalspieler immer größer
BVB-Star Adeyemi bestellte offenbar gezielt Waffen
21.11.2025 – 12:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Neue Wende im Fall um Karim Adeyemi: Weitere Enthüllungen sollen die bisherige Erzählung des Angreifers klar widerlegen – und rücken den 23-Jährigen in ein anderes Licht.
Karim Adeyemi steht nach einem Strafbefehl wegen illegalen Waffenbesitzes erneut im Fokus – und eine neue Wendung könnte für den Nationalspieler nun noch wirklich gefährlich werden.
Denn die „Bild“ berichtet: Adeyemi habe die besagten Waffen sehr wohl bewusst bestellt. Dabei hatte der Star von Borussia Dortmund den Vorgang bisher als „Versehen“ dargestellt. Borussia Dortmund und den DFB informierte er darüber, er habe den verbotenen Inhalt einer „Mystery Box“-Onlinebestellung nicht gekannt.
Nach neuen Recherchen des Boulevardblatts heißt es im Strafbefehl des Amtsgerichts Wetter jedoch, er habe gewusst, dass sich in dem Paket unter anderem ein Schlagringmesser, ein Schlagring und ein Elektroimpulsgerät befinden. Offen bleibe lediglich, wer das Paket letztlich in der Postfiliale abgeholt hat.
Wörtlich heißt es im Strafbefehl: Adeyemi holte im Juli 2024 „ein von Ihnen zuvor bestelltes Paket, in welchem sich, wie sie wussten u. a. ein Schlagringmesser, ein Schlagring und ein Elektroimpulsgerät befanden, um 18.02 Uhr in der Filiale der Deutschen Post ab, obgleich Ihnen bewusst war, dass Sie nicht zum Besitz dieser Gegenstände berechtigt waren – oder sie ließen das vorbezeichnete Paket in Kenntnis seines Inhalts durch den Zeugen C. in der Filiale der Deutschen Post abholen und in Ihre Wohnung bringen, obgleich Ihnen bewusst war, dass Sie nicht zum Erwerb und Besitz dieser Gegenstände berechtigt waren.“
Damit steht nun auch in Frage, ob Adeyemi den BVB und den DFB korrekt und aufrichtig mit seiner Schilderung über den Vorgang in Kenntnis gesetzt hat. Der Verdacht: Adeyemi könnte beide Seiten belogen haben.
Denn auf Anfrage der „Bild“ rückte Adeyemis Anwalt von der ursprünglichen Erklärung, es habe sich um ein Versehen gehandelt, bereits ab: „Wie der Name ‚Mystery Box‘ nahelegt, war zwar ersichtlich, dass sie Gegenstände wie die in der frei zugänglichen Verkaufsannonce exemplarisch gezeigten Waffen enthalten würde, nicht aber, welche konkreten (geschweige denn unerlaubten) Waffen dies sein werden. Karim Adeyemi hat seine Gesprächspartner bei BVB und DFB hierüber vollständig informiert.“
Und: Da Adeyemi keinen Einspruch eingelegt hat und der Strafbefehl am 30. Oktober 2025 rechtskräftig wurde, gilt juristisch eine „Geständnisfiktion“. Das heißt: Er hat den Vorwürfen nicht widersprochen.
Adeyemi muss wegen illegalen Waffenbesitzes 450.000 Euro zahlen. Grundlage sind 60 Tagessätze à 7.500 Euro, berechnet nach einem geschätzten Nettoeinkommen von rund 2,7 Millionen Euro im Jahr. Eine Vorstrafe erhält er nicht, allerdings einen Eintrag im Bundeszentralregister. Die sichergestellten Waffen – Schlagringmesser, Schlagring und Elektroimpulsgerät – wurden eingezogen.
Die Ermittlungsakte umfasse laut „Bild“ fast 300 Seiten – darunter Fotos der Gegenstände, Chatverläufe, drei Zeugenaussagen und ein waffenrechtliches Gutachten. Wäre es zu einem Verfahren gekommen, wären wohl viele Details öffentlich geworden.
Eine Reaktion von Borussia Dortmund und dem DFB auf die neuen Entwicklungen steht noch aus.
