„War schon etwas unglücklich“
Oliver Kahn kritisiert Jürgen Klopp wegen DFB-Torwart
05.10.2026 – 21:26 UhrLesedauer: 2 Min.
Jonas Urbig bestritt seine ersten zwei Länderspiele und blieb ohne Gegentor. Dennoch stößt die Torhüterpolitik des Bundestrainers bei einem Ex-DFB-Kapitän auf Widerspruch.
Der frühe Nationaltorhüter Oliver Kahn hat das Vorgehen von Bundestrainer Jürgen Klopp bei seiner Besetzung zwischen den Pfosten infrage gestellt. „Ich glaube nicht, dass die Nationalmannschaft dazu da ist, irgendjemandem Spielpraxis zu verschaffen“, sagte der 57-Jährige bei Sky/RTL. „Ich finde, das war schon etwas unglücklich.“
Kahn bezog sich dabei auf Jonas Urbig. Klopp setzte den Torhüter des FC Bayern im Rahmen der Nations League als einzigen von seinen fünf nominierten Keepern zweimal ein: sowohl beim 2:0-Sieg gegen Serbien als auch zuletzt beim torlosen Unentschieden in Griechenland.
Er begründete den zweiten Einsatz von Urbig damit, dass der 23-Jährige in München als Ersatzmann von Manuel Neuer wenig Spielpraxis habe. „Die anderen Jungs, die jetzt dabei waren, die spielen alle regelmäßig, und das hat Jonas nicht getan, deshalb bekommt er das Spiel auch“, sagte der Bundestrainer.
Kahn kritisierte die Entscheidung und befand: „Wenn jemand Spielpraxis braucht, dann hätte ich sie gerne demjenigen gegeben, der laut Jürgen Klopp zumindest im Moment die Nummer eins ist: Marc-André ter Stegen.“ Er schob nach: „Das hätte aus meiner Sicht mehr Sinn ergeben.“
- Nach langer Leidenszeit: Klopp schenkt ihm das Vertrauen
Ter Stegen absolvierte von Klopps ersten vier Länderspielen lediglich das Auftaktduell gegen die Niederlande (1:1). Der 34-Jährige schaut bislang auf eine äußerst unglückliche DFB-Karriere zurück, in der er lange in Neuers Schatten stand und später aufgrund vieler Verletzungen ausfiel.
In Kahns Augen verfüge der Schlussmann von Ajax Amsterdam dennoch über „extrem wichtige“ Erfahrungen „auf allerhöchstem Niveau“. „Richtig ist aber auch, dass er in seinen Länderspielen nicht immer hundertprozentig überzeugt hat.“ Was Kahn damit meint: „Es gab immer wieder Spiele, in denen man das Gefühl hatte, dass die letzte Sicherheit fehlt und er auch den einen oder anderen Fehler macht.“ Daher lautete sein Fazit: Ter Stegen könne sich „momentan nicht hundertprozentig sicher sein“.