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Politik

Juso-Chef Türmer kritisiert SPD-Spitze – personelle Wechsel als Option

wochentlich.deBy wochentlich.de20 Juni 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Juso-Chef Türmer kritisiert SPD-Spitze – personelle Wechsel als Option
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Juso-Chef greift SPD-Spitze an

„Dann ist eine personelle Veränderung natürlich eine Option“

19.06.2026 – 17:32 UhrLesedauer: 2 Min.

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Juso-Chef Philipp Türmer (Archivbild): „Ich erkenne bislang nicht, dass es den Vorsitzenden gelungen ist, das Ruder herumzureißen“, sagte er der „Zeit“. (Quelle: IMAGO/Chris Emil Janssen/imago)

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Die SPD steckt tief in der Krise – und bekommt nun auch Gegenwind aus den eigenen Reihen. Der Juso-Chef stellt die Parteiführung offen infrage.

Angesichts schwacher SPD-Umfragewerte übt Juso-Chef Philipp Türmer scharfe Kritik an den Parteivorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas – und hält notfalls personelle Veränderungen für nötig. „Das Zustimmungsniveau, auf dem unsere Partei in Umfragen steht, ist absolut inakzeptabel. Es braucht neue Ansätze und dafür braucht es Veränderungen“, sagte der Vorsitzende der SPD-Jugendorganisation der „Zeit“.

Es gehe um die zentrale Frage, was die Mission der Sozialdemokraten im 21. Jahrhundert sei. Die Vorsitzenden stünden in der besonderen Verantwortung, mit Ideen in Vorleistung zu gehen, sagte Türmer. „Ich erkenne bislang nicht, dass es den Vorsitzenden gelungen ist, das Ruder herumzureißen. Dann ist eine personelle Veränderung natürlich eine Option.“

Türmer sieht innerparteiliche „Revolution“ als mögliches Szenario

Der Juso-Chef nannte drei mögliche Szenarien, wie es mit der Partei weitergehen könnte. Eine Option sei, dass es Bas und Klingbeil gelinge, der Partei ein Gefühl des Aufbruchs zu vermitteln. „Dann wird es normal weiterlaufen, und sie haben das erfüllt, wofür sie angetreten sind.“ Im zweiten Szenario kommt die Spitze selbst zu der Erkenntnis, dass es eine andere Rollenverteilung braucht. „Dann haben sie die Herrschaft des Verfahrens“, sagte Türmer, der im Interview auch betonte, dass sich die Jusos für eine Trennung von Ministeramt und Parteivorsitz einsetzen.

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„Das dritte Szenario: Es kommt quasi zur Revolution“, sagte Türmer. Die könne man aber nicht planen. „Es kann gut sein, dass die Auslöser dafür die Landtagswahlen sind. So wie ich meine Partei kenne, kann das aber auch eine Dynamik sein, die sich an irgendwelchen anderen Fragen entzündet, wenn die Unzufriedenheit immer weiter wächst.“

Juso-Chef kritisiert die Koalition

Zu den aktuellen Debatten über Reformen sagte Türmer, dass sich die drei Regierungsparteien gerade sehr schwertäten, eine gemeinsame Linie zu finden. „Das führt dazu, dass der Streit um jede einzelne Maßnahme zu einer unversöhnlichen Frontstellung wird.“ Ihn erinnere das sehr an Dynamiken am Ende der Ampel-Regierung. „Es wäre doch entscheidend, dass die Koalition sich jetzt schnell grundsätzlich einmal verständigt, wie wirtschaftlicher Aufschwung gefördert und die Bevölkerung entlastet werden kann. Davon erkenne ich viel zu wenig.“

Die SPD lag in den Umfragen der Meinungsforschungsinstitute zuletzt bei 12 bis 13 Prozent und damit teils auf dem vierten Platz nach den Grünen. Im aktuellen ZDF-„Politbarometer“ der Forschungsgruppe Wahlen kommen die Sozialdemokraten auf 13 Prozent und stehen damit knapp vor den Grünen, die 12 Prozent erzielen.

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