„War ihm immer wichtig“
Weshalb Nagelsmann immer wieder seine Co-Trainer verliert
27.06.2026 – 12:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Julian Nagelsmann ist seit über zehn Jahren Profi-Trainer. Seitdem musste er jedoch einige Co-Trainer ziehen lassen. Ein Wegbegleiter erklärt, weshalb.
Sandro Wagner, Dino Toppmöller, Robert Klauß oder Alfred Schreuder. Die Liste der Trainer, die unter Julian Nagelsmann als Co-Trainer arbeiteten und dann den Schritt zum Cheftrainer gewagt haben, ist lang.
Aus Sicht von Robert Klauß ist das kein Zufall. Der 41-Jährige arbeitete mit Bundestrainer Julian Nagelsmann 2019 für ein Jahr in Leipzig. Danach wurde Klauß Cheftrainer in Nürnberg. Im t-online-Podcast „Julian Nagelsmann – The Youngest One“ erzählte Klauß, dass es die Stärke des Bundestrainers sei, selbstbewusste Persönlichkeiten als Co-Trainer zu erkennen und zu fördern.
Embed
Grundsätzlich unterscheidet Klauß bei Co-Trainern in zwei Arten: Solche, die gerne in der zweiten Reihe bleiben wollen und als Co-Trainer absolut zufrieden sind. Gleichzeitig gäbe es auf dieser Position auch einige, die das Ziel haben, selbst Cheftrainer zu werden. Laut Klauß brauche man dafür „eine starke Persönlichkeit“.
Genau da kommt die Besonderheit von Nagelsmann laut Klauß ins Spiel: „Julian hat immer jemanden neben sich gehabt, der eigenständig denkt, der auch wie ein Cheftrainer selbst denkt. Das war ihm auch immer wichtig.
Klauß deutet das als Zeichen des Selbstbewusstseins von Nagelsmann. Der Bundestrainer befürchtet nicht, dass einer seiner Co-Trainer am Stuhl sägen könnte: „Er hatte nie ein Problem damit, weil er selbst so stark und selbstbewusst ist.“
Allerdings: Die Taktik, immer einen meinungsstarken Co-Trainer an seiner Seite zu haben, der das Zeug zum Cheftrainer hat, birgt die Gefahr, dass genau diese Trainer abgeworben werden. So ist es Nagelsmann zuletzt bei Sandro Wagner passiert. Nach dem Final Four der Nations League 2025 verließ Wagner nach rund zwei Jahren den DFB, um Trainer in Augsburg zu werden.
