Es geht ums Ködern
Jury gibt Jugendwort des Jahres 2026 bekannt
Aktualisiert am 10.10.2026 – 14:40 UhrLesedauer: 2 Min.
Wenn Onlinemedien und Social-Media-Posts Leser mit provokanten Inhalten ködern wollen, sprechen Jugendliche und junge Erwachsene von „Ragebait“.
„Ragebait“ ist zum Jugendwort des Jahres 2026 gewählt worden. Der Begriff ist dem Englischen entlehnt und setzt sich aus den Wörtern „rage“ (Wut) und „bait“ (Köder) zusammen. „Ragebait“ steht für absichtlich provokant oder falsch gestaltete Online-Inhalte. Das Jugendwort landete bei einer Abstimmung mit 36,5 Prozent der Stimmen auf dem ersten Platz vor „Peak“ (33,8) und „Crashout“ (29,7), wie der Verlag Pons Langenscheidt mitteilte.
Wenn Jugendliche „Peak“ sagen, meinen sie das Beste vom Besten. Einen „Crashout“ hat man, wenn man völlig die Fassung verliert.
„Susanne ragebaitet uns alle“
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Bereits am gestrigen Freitag hatte „Tagesschau“-Sprecherin Susanne Daubner in einem Social-Media-Post einen kleinen Hinweis auf das Gewinnerwort gegeben. Die 65-Jährige liest seit 2021 die Kandidatenliste vor und gilt unter Jugendlichen mittlerweile als Ikone des Jugendwortes. In dem Beitrag ließ Daubner den Begriff „Ragebait“ auffallend häufig fallen. In den Kommentaren schrieb jemand: „Susanne ragebaitet uns alle.“ Ein anderer fand: „Susanne macht sogar Ragebait sympathisch.“
Eine halbe Million Jugendliche machten mit
Die eigentliche Bekanntgabe der Jury von Pons Langenscheidt fand am Samstag im Rahmen der Frankfurter Buchmesse statt. „Ragebait“ folgt auf „das crazy“, das im vergangenen Jahr Jugendwort des Jahres geworden war. „Das crazy“ wird verwendet, wenn jemand nicht weiß, was er sagen soll, keine Lust hat zu antworten oder einfach höflich bleiben will, um das Gespräch am Laufen zu halten. Es ist vergleichbar mit „okay“ oder „aha, cool“.
Vom Kampagnenstart Ende Mai bis zur Bekanntgabe des Jugendwortes beteiligten sich etwa eine Million Jugendliche zwischen 11 und 20 Jahren an der Findung des Begriffs per Onlineabstimmung. Das Jugendwort wird seit 2008 ermittelt und soll den Sprachgebrauch unter jungen Menschen nachzeichnen.
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Diskriminierende oder sexistische Begriffe sind ausgeschlossen. Während manche Begriffe sich rasch wieder aus dem Sprachgebrauch der Jugendlichen verabschieden, landen andere im allgemeinen Sprachgebrauch – etwa das Jugendwort „Aura“ von 2024, das meist im scherzhaften Kontext die Ausstrahlung eines Menschen meint.
