ZDF-Sportstudio-Doku

Kimmich fast weg: Wie Kompany die Bayern-München-Ehe rettete

09.06.2026 – 03:48 UhrLesedauer: 3 Min.

Joshua Kimmich (Archivbild): Der Spieler der Münchner hätte zu PSG wechseln können. (Quelle: IMAGO/Markus Ulmer)

Sportdirektor Campos reiste persönlich zu Kimmich nach Hause, die Familie schaute sich Schulen in Paris an. Warum der Wechsel zu PSG am Ende doch scheiterte.

Joshua Kimmich hat mit ungewöhnlicher Offenheit über seine Beinahe-Abgänge vom FC Bayern gesprochen – und dabei Details enthüllt, die das Ausmaß seiner Wechselgedanken erstmals in vollem Umfang zeigen. In der ZDF-Dokumentation „Sportstudio Produktion: Kapitän Kimmich“, die seit Dienstag in der ZDF-Mediathek abrufbar ist, schildert der Mittelfeldspieler, wie konkret ein Abschied aus München zwischenzeitlich war.

Im Sommer 2024 habe er sich beim Klub nicht ausreichend wertgeschätzt gefühlt. „Ich hatte das Gefühl, dass die Bayern sehr offen sind, mich abzugeben. Das trägt nicht dazu bei, dass die Bindung zwischen Verein und Spieler größer wird“, sagt Kimmich in der Doku. Er habe sich daraufhin mit Sportvorstand Max Eberl zusammengesetzt – mit einem ernüchternden Ergebnis: „Der hat mir das dann auch noch mal bestätigt: ‚Wenn du weg möchtest, dann bist du zum Verkauf, dann ist das möglich.'“

PSG machte ernst – Campos reiste persönlich an

Zu jenem Zeitpunkt hatte Kimmich seinen Entschluss offenbar bereits gefasst. „Stand jetzt weiß ich nicht, was passieren sollte, dass ich hier verlängern würde. Selbst wenn wir hier 30 Spiele in Folge gewinnen und das finanzielle Angebot Wahnsinn ist und der Verein voll hinter mir steht. Ich will es nicht zu 100 Prozent ausschließen, aber zu 95 Prozent sehe ich es nicht kommen, dass ich hier verlängere“, sagte Kimmich – damals noch im Sommer 2024.

Besonders weit gediehen waren die Gespräche mit Paris Saint-Germain. Im Winter 2025 – ein halbes Jahr vor dem geplanten Vertragsende – legte der französische Hauptstadtklub nach. „Mit Paris war ein Verein da, der sich sehr committet hat. Einer, den ich auch gar nicht so auf dem Zettel hatte. Ich habe mich schon mit dem Sportdirektor und dem Trainer von Paris ausgetauscht. Wenn das Interesse groß ist, und ich muss sagen, die haben das wirklich gut gemacht und einem echt den Eindruck vermittelt, dass sie einen wirklich haben wollen, dann ist das schon so, dass man sich damit beschäftigt“, erläutert Kimmich.

Das Werben der Pariser ging weit über Telefonate hinaus: PSG-Sportdirektor Luís Campos suchte Kimmich eigens zuhause auf. Der Klub habe ihm signalisiert, als erfahrener Spieler eine Schlüsselrolle einzunehmen – „ein wichtiges Puzzlestück“ zu sein. „Das macht dann schon was mit einem“, gesteht Kimmich. Auch das finanzielle Angebot war offenbar außergewöhnlich: „Das Finanzielle war krass. Wirklich. Sehr, sehr krass, muss ich sagen. Ich wollte das aber nicht zum Ausschlaggebenden machen.“

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