„Im Fußball weiß man nie“

Werder-Star lässt Zukunft offen – diese Worte lösen Unruhe aus

Aktualisiert am 18.05.2026 – 07:27 UhrLesedauer: 2 Min.

Jens Stage (Archivbild): Der Däne lässt sich alle Optionen offen. (Quelle: IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal/imago)

Trainer Thioune nennt ihn „Lebensversicherung“, doch Jens Stage lässt Werder nach dem Saisonfinale zittern. Ein Satz des Dänen bringt Unruhe an die Weser.

Es war ein ungewöhnlicher Moment: Beim letzten Saisonspiel des SV Werder Bremen gegen Borussia Dortmund lief Jens Stage gemeinsam mit seinem Sohn ins Weserstadion ein. Dass ausgerechnet er den Klub anschließend mit offenen Fragen zurückließ, passte zur Stimmung dieses Nachmittags. Werder verlor 0:2 – und die Aussagen danach dürften den Verein noch länger beschäftigen.

Denn Stage, für viele der wichtigste Feldspieler der Grün-Weißen, ließ seine Zukunft an der Weser offen. Zwar läuft sein Vertrag noch bis 2028, doch eine Garantie für einen Verbleib scheint das nicht zu sein. „Ich bin hier glücklich, es ist ein richtig geiler Verein. Aber im Fußball weiß man nie, was passiert“, sagte der 29 Jahre alte Däne nach dem Abpfiff.

Stage stellt Bedingungen – und schaut genau hin

Die Richtung seiner Überlegungen machte Stage noch klarer: „Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder ich bleibe hier noch ein paar Jahre oder ich probiere im Sommer vielleicht noch einmal etwas Neues aus.“ Einen Verbleib nannte er „definitiv nicht ausgeschlossen“, ein Wechsel ist aber auch nicht vom Tisch.

Auffällig: Stage machte seine Entscheidung auch davon abhängig, was Werder in den kommenden Wochen tut. „Das fängt bei den Verantwortlichen an und damit, was passiert, während wir im Urlaub sind“, sagte er. „Wichtig ist natürlich auch, dass die Richtung des Clubs wieder stimmt.“ Der Mittelfeldspieler beobachtet also sehr genau, wie sich der Verein in der Transferperiode aufstellt, bevor er selbst eine Entscheidung trifft.

Thioune: „Wir müssen dafür werben“

Im vergangenen Sommer hatte es kein Angebot für ihn gegeben. Dieses Mal könnte das anders aussehen: Als einer der konstantesten Werder-Profis der vergangenen beiden Bundesligaspielzeiten – und mit zehn Saisontoren als treffsicherster Bremer – dürfte Stage Interesse wecken.

Trainer Daniel Thioune sprach nach dem Spiel ungewohnt offen darüber, wie viel Stage dem Klub bedeutet. „Jens Stage war mit Sicherheit die Lebensversicherung. Nicht nur wegen der vielen Tore, sondern auch wegen der Art und Weise, wie er das Team geführt hat“, sagte der Coach. Und weiter: „Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich gerne mit ihm weiterarbeiten würde.“

Fritz bleibt gelassen – vorerst

Gleichzeitig räumte Thioune ein, dass Werder Stage nicht einfach halten kann, sondern ihn aktiv überzeugen muss: „Es ist wichtig, dass ein Spieler wie Jens sich klar zu uns bekennt. Aber wir müssen auch ein bisschen dafür werben, dass sich Jens für uns entscheidet.“ Der Klub stehe in der Pflicht, ihm aufzuzeigen, wohin die Reise geht.

Sportchef Clemens Fritz gab sich nach außen hin entspannt. „Er hat noch Vertrag“, sagte der 44-Jährige knapp. Fritz machte deutlich, dass er Spielern grundsätzlich keine Einblicke in laufende Planungsprozesse gebe – das sei nicht sein Ansatz. Stattdessen kündigte er an, den Transfersommer früher anzugehen als im Vorjahr. Ob das reicht, um Stage zu überzeugen, wird sich zeigen.

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