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Gesundheit

Jeder dritte Erwachsene betroffen – mit schweren Folgen

wochentlich.deBy wochentlich.de11 Dezember 2025Keine Kommentare3 Mins Read
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Jeder dritte Erwachsene betroffen – mit schweren Folgen
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Risiko für viele Erkrankungen

Ist das die Epidemie des 21. Jahrhunderts?


11.12.2025 – 16:44 UhrLesedauer: 2 Min.

Zu wenig soziale Interaktion macht krank: Millionen Menschen weltweit sind betroffen.Vergrößern des Bildes

Zu wenig soziale Interaktion macht krank: Millionen Menschen weltweit sind betroffen. (Quelle: aquaArts studio/getty-images-bilder)

Jeder dritte Erwachsene fühlt sich einsam. Was viele unterschätzen: Einsamkeit ist mehr als ein seelisches Leiden. Sie erhöht das Risiko für zahlreiche Krankheiten.

Laut der repräsentativen Studie „Zukunft Gesundheit 2025“ der Krankenkasse vivida bkk und ihrer Stiftung „Die Gesundarbeiter“ erleben 34 Prozent der 14- bis 34-Jährigen in Deutschland regelmäßig Einsamkeit. Nur acht Prozent geben an, dieses Gefühl überhaupt nicht zu kennen. Mehr als die Hälfte der Befragten, die sich zumindest gelegentlich einsam fühlen, verbringen mehr Zeit online als im direkten Kontakt mit anderen Menschen.

Für die Studienautoren ergibt sich daher ein widersprüchliches Bild: Junge Menschen gelten als so gut vernetzt wie keine Generation vor ihnen, doch echte Bindungen fehlen häufig. 63 Prozent der Befragten sagen, dass es ihnen schwerfällt, offen über Gefühle oder persönliche Probleme zu sprechen. Und wenn Stress, Angst oder Sorgen überhandnehmen, ziehen sich 58 Prozent zurück, statt sich anderen mitzuteilen.

„Oft fehlen stressbedingt Zeit und Energie für echte Begegnungen. Viele sind auch nicht mehr geübt darin, persönliche Kontakte zu pflegen“, erklärt Andrea Bahnsen, Psychologin bei der vivida bkk. Einsamkeit bei jungen Menschen sei heute kein Ausnahmefall mehr, sondern ein wachsendes gesellschaftliches Problem.

Aber auch außerhalb der jungen Generation ist Einsamkeit ein weitverbreitetes Gefühl. Laut einer Auswertung von Statista fühlt sich etwa ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland zumindest teilweise einsam, knapp 20 Prozent sogar stark. Die Daten zeigen auch: Seit der Corona-Pandemie ist das Thema in den Fokus gerückt. Besonders betroffen sind Menschen über 75 Jahre und junge Erwachsene.

Einsamkeit entsteht, wenn soziale Kontakte als nicht ausreichend erlebt werden – entweder in Zahl oder in Qualität. Dabei handelt es sich allerdings nicht um bloßes Unwohlsein, sondern um einen Risikofaktor für ernsthafte Erkrankungen. Studien zeigen, dass chronische Einsamkeit das Stressniveau, das Risiko für Herzkrankheiten, Depressionen, kognitiven Abbau im Alter, Substanzmissbrauch oder Schlafstörungen deutlich erhöht.

Die Experten der Harvard School of Education sowie Vivek Murthy, ehemaliger Leiter des öffentlichen Gesundheitsdienstes der Vereinigten Staaten unter Barack Obama, nennen Einsamkeit eine „Epidemie“. Und auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt. Weltweit betrifft Einsamkeit laut WHO jeden sechsten Menschen – mit dramatischen Folgen: Die Organisation schätzt, dass Einsamkeit jährlich zu über 870.000 Todesfällen beiträgt. Das entspricht mehr als 100 Todesfällen pro Stunde.

„In einer Zeit, in der Kommunikation jederzeit möglich ist, fühlen sich dennoch viele Menschen isoliert und einsam“, sagt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Soziale Isolation und Einsamkeit seien eine der größten Herausforderungen für Gesundheit, Bildung und Arbeitswelt und koste die Gesellschaft Milliarden.

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