Kein Einkommen mehr?
Dann ist für jeden zweiten Haushalt nach drei Monaten Schluss
28.10.2026 – 15:41 UhrLesedauer: 3 Min.
Mehr als jeder dritte Erwachsene im Erwerbsalter in Deutschland hätte bei einer einzigen unerwarteten Rechnung ein ernstes Problem. Das zeigt eine aktuelle Umfrage.
Eine kaputte Waschmaschine, eine Autoreparatur, ein defektes Smartphone – für mehr als jeden dritten Erwachsenen im Erwerbsalter in Deutschland wäre eine unerwartete Rechnung von 3.000 Euro ein ernstes Problem. Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Debeka-Versicherung zeigt, wie dünn die finanzielle Decke vieler Haushalte tatsächlich ist. Dabei ließe sich das mit einfachen Mitteln ändern.
Mehr als jeder Fünfte ohne Monatsreserve
Das Ergebnis der Umfrage: Nur 51 Prozent könnten im Fall eines plötzlichen Einkommensausfalls höchstens drei Monate lang ihre laufenden Ausgaben decken. 22 Prozent kommen keine vier Wochen über die Runden. Lediglich knapp ein Viertel (23 Prozent) hätte genügend Rücklagen, um länger als ein halbes Jahr über die Runden zu kommen.
Besonders deutlich fällt der Unterschied zwischen den Geschlechtern aus: Fast doppelt so viele Frauen wie Männer gaben an, ihren Haushalt weniger als einen Monat lang finanzieren zu können.
Das 3.000-Euro-Problem
Noch konkreter wird die Schieflage bei einer einzelnen, unerwarteten Rechnung. 37 Prozent der Befragten könnten 3.000 Euro nicht kurzfristig aufbringen, ohne in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Besonders betroffen sind drei Gruppen: jüngere Menschen, Haushalte mit Kindern – und auch hier Frauen häufiger als Männer.
Wer mit Anfang zwanzig gerade ins Berufsleben startet, kennt das Problem besonders gut: 63 Prozent der 18- bis 29-Jährigen könnten eine solche Summe nicht stemmen. Bei Haushalten mit Kindern liegt der Anteil bei 46 Prozent, bei kinderlosen Haushalten bei 34 Prozent.
Wie Haushalte unter Druck reagieren
Die Frage ist also nicht mehr nur, ob Rücklagen sinnvoll wären, sondern wie Haushalte ohne finanziellen Spielraum reagieren, wenn der Ernstfall eintritt. Die Antwort fällt eindeutig aus: 54 Prozent der Befragten würden zuerst den eigenen Konsum einschränken. Die langfristige Absicherung bleibt dagegen weitgehend unangetastet – nur 14 Prozent würden bei einer größeren finanziellen Belastung ihre Sparbeiträge oder ihre Altersvorsorge reduzieren.
Debeka-Chef Thomas Brahm ordnet das so ein: „Steigende Lebenshaltungskosten, unsichere Beschäftigung, wachsende Belastungen in den Sozialsystemen: Für viele Haushalte ist der Spielraum eng geworden. Umso wichtiger ist es, dass gerade die angestoßenen Reformen der Altersvorsorge jetzt auch tragen und dass Vorsorgemöglichkeiten auch und vor allem bei den Menschen funktionieren, bei denen das Haushaltseinkommen gering ist.“
Die Lösung: Der Notgroschen
Der Weg dahin ist denkbar einfach – und doch von den wenigsten konsequent umgesetzt. Die Verbraucherzentrale rät zu einem finanziellen Puffer von zwei bis drei Monatsgehältern, um genau solche unerwarteten Ausgaben jederzeit abfedern zu können. Dabei handelt es sich um eine Faustregel. Wie groß der individuelle Notgroschen tatsächlich sein sollte, hängt von der jeweiligen Lebenssituation ab.
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