„Saxofon-Koloss“ wurde 95 Jahre alt
Jazzmusiker Sonny Rollins ist tot
Aktualisiert am 26.05.2026 – 06:06 UhrLesedauer: 2 Min.
Er galt als einer der größten Jazzmusiker und prägte den Sound des modernen Jazz über Jahrzehnte. Nun ist der Saxofonist Sonny Rollins gestorben.
Der US-amerikanische Jazzmusiker Sonny Rollins ist tot. Der Saxofonist starb am Montagnachmittag in seinem Haus in Woodstock im US-Bundesstaat New York, wie seine Sprecherin Terri Hinte laut US-Medien bestätigte. Rollins wurde 95 Jahre alt.
„Mit tiefer Trauer und inniger Liebe geben wir das Ableben von Sonny Rollins bekannt“, hieß es auch auf der Online-Seite des weltweit bekannten Künstlers.
Rollins galt als einer der bedeutendsten Tenorsaxofonisten der Jazzgeschichte und wurde ehrfürchtig der „Saxophone Colossus“ (Saxofon-Koloss) genannt. Dies war der Titel eines bahnbrechenden Albums von 1956. Darauf ist auch einer seiner bekanntesten Songs zu finden: „St. Thomas“. Seine Karriere begann bereits Ende der 1940er-Jahre, später spielte er unter anderem mit Miles Davis, Thelonious Monk und Dizzy Gillespie.
Auch außerhalb des Jazz wurde Rollins bekannt. 1981 spielte er das markante Saxofon-Solo des Rolling-Stones-Hits „Waiting on a Friend“. Auf Empfehlung von Schlagzeuger Charlie Watts arbeitete er mit der Band zusammen und wirkte an mehreren Songs des Albums „Tattoo You“ mit.
Bewegtes Leben und Liebe zum Yoga
Geboren wurde Rollins in Harlem in New York. Schon als Kind begann er mit Musik, zunächst am Klavier, später am Saxofon. Nach ersten Erfolgen kämpfte er zeitweise mit Drogenproblemen und saß wegen bewaffneten Raubüberfalls im Gefängnis und war zeitweise obdachlos. Mitte der 1950er-Jahre gelang ihm der Neuanfang.
Neben seiner Leidenschaft für den Jazz praktizierte Rollins auch begeistert Yoga. Seine Yoga-Übungen hätten ihm geholfen, sich von Drogen und Alkohol fernzuhalten, sagte er vor zehn Jahren der Nachrichtenagentur AFP in New York.
Legendär wurde auch seine mehrjährige Auszeit vom Musikgeschäft Ende der 1950er-Jahre. Weil er mit seinem eigenen Spiel unzufrieden gewesen sei, habe er oft stundenlang auf der Williamsburg Bridge in New York geübt, erzählte Rollins später dem „Guardian“. Sein Comeback-Album nannte er passend „The Bridge“.
Rückzug wegen Krankheit
2012 gab Rollins sein letztes Konzert. Zwei Jahre später erklärte er seinen Rückzug aus gesundheitlichen Gründen. Er litt an Lungenfibrose.
Für sein Lebenswerk erhielt Rollins zahlreiche Auszeichnungen, darunter einen Grammy für sein Lebenswerk, die National Medal of Arts und die Kennedy Center Honors. Bis ins hohe Alter sprach er öffentlich über Musik, Spiritualität und das Älterwerden. In einem Interview mit der „New York Times“ sagte er 2020: „Mein Körper wird zu Staub werden. Aber meine Seele wird ewig weiterleben.“
