Warnung des IWF

Weltwirtschaft droht an ihre Grenzen zu stoßen


13.10.2026 – 11:13 UhrLesedauer: 2 Min.

Öltanker in der Straße von Hormus (Archivbild): Der Internationale Währungsfonds warnt vor neuen Störungen der Ölversorgung und deren Folgen für die Weltwirtschaft. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Andrey Nyrkov/imago)

Die Weltwirtschaft hat die Folgen des Iran-Krieges bislang besser verkraftet als erwartet. Doch der Internationale Währungsfonds warnt vor neuen Schocks und schwindenden Möglichkeiten, diese abzufedern.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat vor wachsenden Risiken für die Weltwirtschaft gewarnt. Die Widerstandsfähigkeit der globalen Wirtschaft könnte schon bald an ihre Grenzen stoßen, heißt es im neuen Weltwirtschaftsausblick, den die Organisation am Dienstag bei ihrer Jahrestagung in Bangkok vorstellte.

Vor allem die schwindenden Ölreserven und die hohe Staatsverschuldung bereiten den Experten Sorgen. Zwar habe die Weltwirtschaft den Krieg im Nahen Osten bislang besser überstanden als befürchtet. Doch die Reserven, mit denen Regierungen und Unternehmen die Folgen abgefedert hätten, gingen zur Neige.

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Ölreserven schwinden – Schulden steigen

Nach Beginn des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran hatten zahlreiche Staaten strategische Ölvorräte freigegeben. Gleichzeitig wurden Lieferungen um die blockierte Straße von Hormus umgeleitet. Das half, den Preisanstieg zu begrenzen.

Die Handelsschifffahrt leidet unter den Angriffen in der Straße von Hormus. (Archivbild/ Illustration) (Quelle: Uncredited/AP/dpa/dpa-bilder)

Inzwischen schrumpfen jedoch die Vorräte. Neue Angriffe auf Energieanlagen oder eine weitere Eskalation könnten die Ölpreise erneut in die Höhe treiben. Gleichzeitig haben viele Staaten angesichts hoher Schulden und Haushaltsdefizite kaum noch Spielraum, Verbraucher und Unternehmen finanziell zu entlasten.

„Die Weltwirtschaft hat sich als widerstandsfähig erwiesen, aber diese Widerstandsfähigkeit stößt an ihre Grenzen“, warnte IWF-Chefökonomin Silvana Tenreyro bei der Vorstellung des Berichts.

IWF hebt Wachstumsprognose dennoch an

Trotz der Risiken fällt die neue Konjunkturprognose etwas besser aus als zuletzt. Für 2026 erwartet der IWF nun ein weltweites Wirtschaftswachstum von 3,1 statt 3,0 Prozent. Für 2027 bleibt die Prognose bei 3,4 Prozent.

Auch Deutschland dürfte stärker wachsen als zunächst gedacht. Der IWF hob seine Prognose für das laufende Jahr von 0,7 auf 1,3 Prozent an. Für 2027 rechnet er mit einem Plus von 1,1 Prozent.

Ein wichtiger Wachstumstreiber sind Investitionen in künstliche Intelligenz. Doch auch hier sieht der IWF Gefahren: Sollten die hohen Erwartungen an die Technologie enttäuscht werden, drohen Kursverluste an den Börsen und neue Belastungen für die Weltwirtschaft.

Zugleich bleibt die Inflation hartnäckig. Weltweit erwartet der IWF für dieses Jahr eine Teuerungsrate von 4,7 Prozent, für 2027 noch 4,1 Prozent. Die Organisation fordert Regierungen deshalb auf, ihre Haushalte zu stabilisieren und finanzielle Reserven für künftige Krisen wieder aufzubauen.

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