Sprengstoffdrohne an Flughafen
Italien prüft Spur zu mutmaßlichem Leipzig-Saboteur
02.09.2026 – 23:29 UhrLesedauer: 1 Min.
Ein Verdächtiger soll über Minsk in die EU eingereist sein. Die Erkenntnisse lösen in Brüssel eine Debatte aus.
Im Fall des mutmaßlich russischen Anschlagsversuchs mit einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle hat Italien Untersuchungen zu einem Tatverdächtigen angekündigt. Das sagte Italiens Außenminister Antonio Tajani am Rande eines EU-Treffens in Irland.
Ermittlern des Bundeskriminalamtes soll es inzwischen gelungen sein, Tatverdächtige zu identifizieren, wie NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ berichteten. Es werde gegen zwei Beschuldigte ermittelt, berichtete die „Zeit“.
Einer der Verdächtigen soll den Recherchen zufolge mit einem italienischen Touristenvisum in den Schengenraum eingereist sein. Das Dokument sei nach Erkenntnissen der Behörden Ende April an einer italienischen Auslandsvertretung in Minsk ausgestellt worden.
Die Berichte lösten beim EU-Außenministertreffen Diskussionen über eine Verschärfung der Visa-Regeln aus. Sollte es stimmen, dass einer der Verdächtigen mit einem italienischen Touristenvisum in die EU gereist sei, zeige dies deutlich, dass der EU mit Hilfe von Visa Schaden zugefügt werden könne, sagte EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas. Sie hoffe im Fall einer Bestätigung auf eine Verschärfung der Visabeschränkungen. „Denn hier geht es tatsächlich auch um unsere eigene Sicherheit“, sagte Kallas.
Italienische, französische und spanische Konsulate in Russland vergaben zuletzt weiterhin eine sechsstellige Zahl an Schengen-Visa.
