Mehr als jeder Vierte betroffen

In diesem EU-Land leben die meisten Übergewichtigen


07.09.2026 – 11:21 UhrLesedauer: 2 Min.

Übergewichtiges Paar: Bei starkem Übergewicht steigt die Wahrscheinlichkeit für Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes. (Quelle: IMAGO / Dean Pictures/imago)

Jeder fünfte Erwachsene in Deutschland gilt als adipös, doch im europäischen Vergleich liegt Deutschland nur im Mittelfeld. Auf einer kleinen Insel ist der Anteil der Fettleibigen deutlich höher.

Adipositas ist eines der größten Gesundheitsrisiken. Sie beginnt bei Erwachsenen ab einem Body-Mass-Index von 30. Je höher der BMI ausfällt, desto größer ist auch das Risiko für Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Typ-2-Diabetes.

Beispiel Diabetes: Während voraussichtlich acht von 100 normalgewichtigen erwachsenen Menschen in den kommenden zehn Jahren an Typ-2-Diabetes erkranken werden, sind es bei adipösen Menschen 57 von 100.

Jeder fünfte Deutsche ist fettleibig

Jeder fünfte Deutsche (20,8 Prozent) über 18 Jahren galt 2025 als adipös. Damit liegt Deutschland im Vergleich mit anderen europäischen Staaten jedoch nur im Mittelfeld. Dies zeigen aktuelle Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat.

Den höchsten Anteil im europäischen Vergleich weist Malta auf. Die kleine Mittelmeerinsel südlich von Italien kommt auf einen Anteil von 26,6 Prozent Fettleibiger an der Bevölkerung – somit ist mehr als jeder vierte Erwachsene adipös. Auch in Lettland (24,6 Prozent) und Finnland (23,2) ist der Anteil Fettleibiger an der Bevölkerung vergleichsweise hoch.

Staat Anteil Fettleibiger an der Bevölkerung
Malta 26,6%
Lettland 24,6%
Finnland 23,2%
Irland 22,1%
Estland 22,0%
Litauen 21,5%
Türkei 21,4%
Tschechien 21,1%
Ungarn 20,9%
Deutschland 20,8%
Dänemark 20,5%
Polen 19,4%
Slowenien 18,6%
Slowakei 17,7%
Österreich 17,6%
Schweden 17,5%
Portugal 17,0%
Norwegen 17,0%
Belgien 16,8%
Kroatien 16,5%
Luxemburg 16,3%
Frankreich 16,3%
Zypern 15,5%
Bulgarien 15,4%
Niederlande 15,0%
Spanien 14,9%
Serbien 13,6%
Rumänien 12,9%
Griechenland 12,8%
Italien 7,0%

Insgesamt zeigt sich innerhalb Europas ein Nord-Süd-Gefälle. Während in vielen nord- und mitteleuropäischen Ländern der Anteil adipöser Menschen an der Bevölkerung relativ hoch ist, ist starkes Übergewicht im Süden des Kontinents weniger weit verbreitet.

Die wenigsten Fettleibigen gibt es in Italien

In Italien ist der Anteil adipöser Erwachsener im EU-Vergleich besonders niedrig. Hier haben nur sieben Prozent der Menschen einen BMI über 30. In keinem anderen europäischen Staat ist die Quote so gering. Doch auch in Griechenland (12,8 Prozent), Rumänien (12,9), Serbien (13,6) und Spanien (14,9) sind die Quoten geringer als im EU-Durchschnitt (16,3 Prozent).

Angesichts der hohen Zahlen gewinnt die Debatte, ob die Krankenkassen für Abnehmspritzen zahlen sollen, an Fahrt. Frankreich erstattet seit Juni 2026 als erstes EU-Land die entsprechenden Medikamente über die gesetzliche Krankenversicherung. Auch in Deutschland entflammte die Debatte darüber zuletzt wieder.

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