„Untersuchungen eingeleitet“

Carbonara-Drama: Italiener attackieren EU-Parlament


21.11.2025 – 13:03 UhrLesedauer: 2 Min.

Echt oder mit falschen Zutaten? Im Supermarkt des EU-Parlamentes hat der italienische Landwirtschaftsminister eine Entdeckung gemacht und ist außer sich. (Symbolbild) (Quelle: bernjuer/getty-images-bilder)

Wenn es um ihr Essen geht, verstehen Italiener keinen Spaß. Eine Carbonara mit Sahne im EU-Parlament löst derzeit eine kleine Krise aus.

Die italienische Regierungspartei Fratelli d’Italia (Brüder Italiens) von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat das Europäische Parlament scharf attackiert. Anlass sind angebliche „falsche“ Carbonara-Fertigsoßen, die im Supermarkt der EU-Institution in Brüssel verkauft werden. Wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtet, tragen die entsprechenden Gläser die italienische Trikolore, enthalten jedoch Zutaten wie Sahne und Bacon – Bestandteile, „die im traditionellen Originalrezept nichts verloren haben“.

Entdeckt wurden die Produkte vom italienischen Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida, der bei einem Besuch in Brüssel auf die Gläser aufmerksam wurde. „Diese Produkte sind ein klassisches Beispiel für ‚Italian sounding‘, also Waren, die italienisch wirken sollen, es aber nicht sind. Es ist inakzeptabel, dass sie ausgerechnet im Supermarkt des Europäischen Parlaments angeboten werden. Ich habe sofort Untersuchungen verlangt“, erklärte er auf Social Media.

Fratelli d’Italia wandte sich darüber hinaus an Parlamentspräsidentin Roberta Metsola und forderte eine Prüfung, ob die belgischen Produkte möglicherweise gegen EU-Regeln zur Lebensmitteletikettierung verstoßen. Carlo Fidanza, Delegationsleiter der Meloni-Partei im Europaparlament, betonte, dass die Nutzung irreführender Symbole wie der italienischen Flagge verboten sei. Der Schutz echter italienischer Lebensmittel sei „nicht nur eine Frage der Identität, sondern auch des Verbraucherschutzes“.

Spaghetti alla Carbonara gehören wie Pizza oder Saltimbocca fest zur italienischen Küche. Zur Entstehung des Gerichts kursieren mehrere Geschichten. Am weitesten verbreitet ist die Annahme, dass römische Köhler auf ihren Touren nur lange haltbare Zutaten mitnahmen – etwa Pasta, Eier und gereiften Pecorino (ein Hartkäse aus Schafmilch). Der Beruf des Köhlers (italienisch: carbonaio) soll am Ende auch für den Namen „Carbonara“ verantwortlich sein. Es gibt aber auch noch eine andere Theorie, sie kommt von einem italienischen Professor.

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