„Ist Pfingsten hell und klar …“

Was alte Bauernregeln zu Pfingsten wirklich taugen


Aktualisiert am 24.05.2026 – 16:26 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein rot leuchtender Sonnenuntergang zu Pfingsten (Archivbild): Bauernregeln boomen, doch belastbar sind nur wenige. (Quelle: Bernd März/imago)

Um Pfingsten kursieren viele alte Bauernregeln. Einige versprechen ein gutes Jahr – andere warnen vor dem Gegenteil. Doch was ist dran?

An Pfingsten scheint in Deutschland die Sonne – und mit ihr rückt eine alte Bauernregel wieder in den Fokus: „Ist Pfingsten hell und klar, gibt’s ein fruchtbares Jahr.“ 2026 passt das Wetter zunächst gut zu diesem Spruch. Ein Hochdruckgebiet bringt subtropische Warmluft aus dem Südwesten. Für weite Teile Deutschlands bedeutet das: frühsommerliches Wetter und viel Sonne.

Doch daraus lässt sich keine Prognose für das restliche Jahr ableiten. Der ersichtlichste Grund: Pfingsten liegt nicht jedes Jahr am selben Datum. Das Fest wird immer 50 Tage nach Ostern datiert – und Ostern verschiebt sich jedes Jahr. Mal liegt Pfingsten Ende Mai, mal Anfang oder Mitte Juni. Eine stabile Wetterbeobachtung ist so kaum möglich. Einen belastbaren meteorologischen Zusammenhang gibt es für diese Pfingstregel nicht. Sie lässt sich nicht seriös belegen.

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DWD: Diese Bauernregeln sind treffsicherer

Anders sieht das bei einigen anderen Bauernregeln aus. Die bekannte Siebenschläfer-Regel bezieht sich etwa auf einen festen Zeitpunkt Anfang Juli. Dahinter steckt tatsächlich ein meteorologischer Effekt: Zu dieser Zeit können sich stabile Großwetterlagen bilden, die über Wochen bestehen bleiben. Laut Deutschem Wetterdienst trifft die Regel in München in rund 80 Prozent der Fälle zu.

Auch die sogenannte Schafskälte hat eine wissenschaftliche Grundlage. Zwischen dem 4. und 20. Juni kommt es regelmäßig zu einem Kälteeinbruch in Mitteleuropa. Die Ursache ist der Temperaturunterschied zwischen bereits stark erwärmten Landflächen und noch vergleichsweise kalten Meeren. Dadurch entstehen Tiefdruckgebiete, die kalte Polarluft nach Europa lenken. In den vergangenen 100 Jahren trat die Schafskälte laut DWD in rund 61 Prozent der Fälle ein.

Im Video | Die Prognose zu Pfingsten 2026

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Quelle: t-online

Regen zu Pfingsten galt früher nicht als schlechtes Omen

Für Pfingsten finden sich aber noch andere Bauernweisheiten. Dabei wurde in der Vergangenheit nicht nur sonniges Wetter als gutes Omen gewertet. Eine der Bauernregeln lautet: „Pfingstregen bringt Segen.“ Ausreichender Regen im späten Frühjahr galt lange als wichtig für Felder und Wiesen. Auch die Regel „Nasse Pfingsten – fette Weihnachten“ deutet Niederschlag als positives Zeichen für eine reiche Ernte und gut gefüllte Vorräte im Winter.

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