Faktencheck

Bier bei Bluthochdruck: Ist ein Glas am Tag schon zu viel?


15.08.2025 – 08:43 UhrLesedauer: 3 Min.

Täglich ein Bier: Der enthaltene Alkohol hat Einfluss auf die Blutgefäße. (Quelle: simonkr/getty-images-bilder)

Ein kühles Bier zum Feierabend gehört für viele einfach dazu. Doch wer unter Bluthochdruck leidet oder ihn vermeiden will, sollte auch mit Bier vorsichtig sein.

Dass Alkohol den Blutdruck in die Höhe treibt, ist wissenschaftlich belegt. Doch ab welcher Menge wird es kritisch? Und ist Bier genauso gefährlich wie andere alkoholische Getränke wie Wein oder Schnaps? Das haben Studien in den letzten Jahren versucht herauszufinden.

Wissenschaftler vermuten, dass Alkohol den Blutdruck erhöht, indem er das sogenannte sympathische Nervensystem aktiviert, das den Kreislauf anregt. Der Puls steigt, das Herz schlägt schneller, mehr Blut wird durch den Körper gepumpt. Das erhöht den Druck auf die Gefäße. Dieser Effekt wird noch verstärkt, wenn jemand regelmäßig trinkt. Dann können sich Blutgefäße dauerhaft verengen, was den Blutdruck weiter erhöht.

Dass Alkohol den Blutdruck steigert, ist daher unbestritten. Doch ob ein Glas Bier am Tag bereits gefährlich ist, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Studien kommen hier zu leicht unterschiedlichen Ergebnissen. Einige Beobachtungen zeigen: Bereits 12 Gramm Alkohol pro Tag, also etwa ein kleines Bier, kann den Blutdruck messbar erhöhen (um 1,25/1,14 mmHg). Andere Untersuchungen deuten darauf hin, dass dieser Effekt erst bei zwei oder mehr Gläsern täglich deutlich wird.

Einigkeit herrscht immerhin darüber, dass der Blutdruck umso stärker ansteigt, je mehr Alkohol jemand trinkt. Bei regelmäßig sehr hohem Alkoholkonsum (etwa vier bis fünf Bier täglich) kann der systolische (obere) Blutdruckwert um bis zu 11 mmHg steigen, der diastolische um bis zu 7 mmHg.

Die Hoffnung, dass ein tägliches Bier harmloser ist als andere alkoholische Getränke, bestätigt sich leider nicht. Bier wirkt im Körper nicht milder – es erhöht den Blutdruck ähnlich wie andere alkoholische Getränke. Denn entscheidend ist nicht die Art des Getränks, sondern die Menge des enthaltenen Ethanols, also des reinen Alkohols. Daher gilt: Egal ob Bier, Wein oder Schnaps, der Effekt auf den Blutdruck ist nahezu gleich.

Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck bleibt oft lange unbemerkt und richtet dennoch Schäden an. Bereits leicht erhöhte Werte ab 120/70 mmHg gelten als kritisch, ab 140/90 mmHg spricht man von einer behandlungsbedürftigen Hypertonie.

Auch wenn es sich harmlos anfühlt: Das tägliche Bier kann auf Dauer Folgen für die Gesundheit haben. Denn der Blutdruck reagiert empfindlich auf Alkohol. Nach aktuellem Forschungsstand könnten möglicherweise bereits kleine Mengen Alkohol, wie ein Bier täglich, den Blutdruck steigen lassen. Gerade für Menschen, die bereits an Bluthochdruck leiden, ist das ein zusätzlicher Risikofaktor für Folgeerkrankungen. Wer seinen Kreislauf schützen will, trinkt daher möglichst selten Alkohol oder greift auf alkoholfreies Bier zurück.

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