Kurz vor dem Start des Turniers

Iran droht mit Abbruch von WM-Spielen

Aktualisiert am 10.06.2026 – 13:21 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Nationalmannschaft des Iran bereitet sich in Mexiko auf die WM vor. (Quelle: IMAGO/Orhan Cicek/imago)

Vor dem Start der WM stehen auch politische Themen im Vordergrund. Der Iran spricht daher eine Drohung aus.

Sportminister Ahmad Donjamali hat der Fifa mitgeteilt, dass die iranische Mannschaft das Spielfeld verlassen werde, sobald in den Stadien politische Parolen zu hören sind oder Zuschauer die alte persische Flagge zeigen. Hintergrund ist die Sorge vor Protesten der persischen Diaspora – besonders brisant, weil zwei der drei Vorrundenspiele in Los Angeles stattfinden.

Laut dem Sportportal „Varzesh3“ warnte Donjamali: „Wir haben der Fifa bereits mitgeteilt, dass die Verantwortlichen des Teams das Spiel abbrechen würden, sobald wir in den Stadien politische Parolen hören.“ Der iranische Fußballverband habe den Weltverband zudem mehrfach aufgefordert, nur die offizielle Flagge der Islamischen Republik zuzulassen.

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Die alte persische Flagge mit Löwen- und Sonnenemblem gilt als Symbol der Ablehnung des islamischen Systems. Monarchistische Oppositionsgruppen verwenden sie auch bei Protestkundgebungen im Ausland. Beobachter bezweifeln, dass ein Verbot durchsetzbar wäre.

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Fast zwei Millionen Iraner leben in den USA, der Großteil davon in Los Angeles. L.A. wird daher auch „Tehrangeles“ oder „Irangeles“ genannt. Für viele von ihnen bietet die WM eine Plattform, um ihren Protest gegen die iranische Führung sichtbar zu machen. Die iranische Auswahl trifft dort am 16. Juni (3 Uhr MESZ) auf Neuseeland und am 21. Juni (21 Uhr MESZ) auf Belgien. Das dritte Vorrundenspiel findet am 27. Juni (5 Uhr MESZ) in Seattle gegen Ägypten statt.

Zusätzlich überschattet der militärische Konflikt mit den USA die WM-Teilnahme des Iran. Wegen Einreisebeschränkungen hat der iranische Verband sein Teamquartier aus dem US-Bundesstaat Arizona ins südlich von San Diego gelegene Tijuana in Mexiko verlegt. Nach Angaben des iranischen Botschafters in Mexiko darf die Mannschaft nur an Spieltagen in die USA einreisen.

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