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You are at:Home»Politik»Innenminister Cabello wird per US-Kopfgeld gesucht
Politik

Innenminister Cabello wird per US-Kopfgeld gesucht

wochentlich.deBy wochentlich.de26 Juni 2026Keine Kommentare2 Mins Read
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Innenminister Cabello wird per US-Kopfgeld gesucht
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Als im April 2002 ein Militärputsch Chávez vorübergehend aus dem Amt drängte, war Cabello für wenige Stunden sogar amtierender Präsident Venezuelas. Doch mit Chávez‘ Rückkehr gab der loyale Weggefährte das Amt wieder ab.

Nach dessen Tod 2013 galt Cabello zeitweise sogar als möglicher Nachfolger. Die Präsidentschaft übernahm dann aber sein innerparteilicher Rivale Nicolás Maduro, der Chávez‘ autoritären Kurs nicht nur fortführte, sondern weiter verschärfte. Cabello baute unterdessen seinen Einfluss innerhalb der Regierungspartei PSUV aus.

Im August 2024 ernannte Maduro ihn zum Minister für Inneres, Justiz und Frieden – womit er die Kontrolle über Polizei, Gefängnisse und den Sicherheitsapparat übernahm.

Vergrößern des Bildes
Hugo Chávez und Diosdado Cabello (v.l.n.r.): Der heutige Innenminister war loyaler Vertrauter des früheren Präsidenten. (Quelle: ZUMA Press Wire/imago)

Der „Krake“ als Schlüsselfigur des Übergangs

Cabellos Einfluss gründet nicht zuletzt auf einem über Jahrzehnte gewachsenen Netzwerk innerhalb des Staates. Der britische „Guardian“ beschrieb ihn Anfang 2026 als „Krake“, dessen Arme Partei, Behörden und Staatsunternehmen erreichen.

Das zeigte sich auch im Januar 2026, als US-Truppen überfallartig in Venezuela eindrangen, Präsident Maduro festnahmen und in die USA verschleppten. Doch ansonsten blieben Maduros Leute an der Macht: Die frühere Vizepräsidentin Rodríguez stieg mit Trumps Segen zur Präsidentin auf. Und auch Cabello blieb im Amt.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete später, Vertreter der Trump-Regierung hätten bereits vor der Operation Kontakt zu ihm aufgenommen. Demnach betrachteten die US-Amerikaner ihn als Gefahr für den Übergang, weil er den Sicherheitsapparat und die regimenahen Milizen kontrolliert, und warnten ihn davor, diese Macht gegen die Opposition einzusetzen. Offiziell bestätigt wurde der Bericht nicht.

imago images 0847570547Vergrößern des Bildes
Trump tritt nach der Festnahme Maduros im Januar 2026 vor die Presse: Heute spricht der US-Präsident wohlwollend über Venezuelas Regierung – trotz politischer Kontinuitäten. (Quelle: Middle East Images/imago)

Venezuelas brutale Motorradgangs

Seit vielen Jahren wird Cabello mit den sogenannten Colectivos in Verbindung gebracht. Dabei handelt es sich um ein Netzwerk regierungsnaher Gruppen, die paramilitärisch organisiert sind und häufig auf Motorrädern Oppositionelle angreifen und entführen. Auch außergerichtliche Hinrichtungen werden den Colectivos vorgeworfen.

Immer wieder tauchten in der Vergangenheit bei Demonstrationen Gruppen von Motorradfahrern auf, die nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen wahllos in die Menge geschossen oder Menschen verprügelt haben sollen.

Diosdado Cabello bestreitet, die Colectivos unmittelbar zu koordinieren. Seine Nähe zu ihnen ist aber offenkundig: Nach der Festnahme Maduros rief Cabello im Fernsehen die Parole „Alarm, Motorradfahrer in Alarmbereitschaft“ aus.

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