Teuerung nimmt wieder Fahrt auf
Inflation springt auf höchsten Stand seit drei Jahren
Aktualisiert am 04.11.2026 – 11:53 UhrLesedauer: 2 Min.
Hohe Energiepreise treiben die Teuerung in Europa weiter an. Für Verbraucher wird vor allem das Tanken und Heizen teurer. Auch die Europäische Zentralbank gerät zunehmend unter Druck.
Die Inflation in der Eurozone ist wegen der hohen Energiepreise im Oktober auf den höchsten Stand seit drei Jahren gestiegen. Die Preise in den 21 Euro-Ländern stiegen im Jahresvergleich um 4,0 Prozent, wie das EU-Statistikamt Eurostat mit Sitz in Luxemburg am Mittwoch in einer ersten Schätzung mitteilte. Zuletzt lag die Inflationsrate im September 2023 oberhalb der Marke von vier Prozent.
Damit hat sich der Preisauftrieb erneut beschleunigt. Im September hatte die Inflationsrate noch bei 3,8 Prozent gelegen, im August bei 3,2 Prozent. Die Teuerung liegt inzwischen doppelt so hoch wie das mittelfristige Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent.
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Iran-Krieg als Inflationstreiber
Besonders Öl und Gas haben sich infolge des Krieges im Iran erheblich verteuert. Die Preise für Energie lagen im Oktober um 20,8 Prozent über dem Vorjahresniveau, nachdem sie bereits im September um 18,9 Prozent gestiegen waren. Die höheren Kosten treffen die Eurozone besonders stark, weil sie einen Großteil ihres Energiebedarfs durch Importe decken muss.
Abseits der Energiepreise fällt der Preisauftrieb bislang weniger stark aus. Die sogenannte Kerninflation, bei der die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel herausgerechnet werden, verharrte im Oktober bei 2,5 Prozent. Dienstleistungen verteuerten sich um 3,3 Prozent, unverarbeitete Lebensmittel um 4,6 Prozent.
Für die EZB wächst damit der Druck, die Zinsen erneut anzuheben. Die Notenbank hatte die Leitzinsen in diesem Jahr bereits zweimal erhöht, ihn bei ihrer Sitzung Ende Oktober aber unverändert gelassen. An den Finanzmärkten wird mit einer weiteren Zinserhöhung im Dezember gerechnet. Zusätzliche Risiken birgt der bevorstehende Winter: Niedrige Gasspeicherstände könnten die Heizkosten weiter in die Höhe treiben und einen Rückgang der Inflation verzögern.
