Nahost-Krieg und Niedrigwasser

Inflation in Deutschland steigt weiter an

Aktualisiert am 31.08.2026 – 14:29 UhrLesedauer: 2 Min.

Geldscheine (Symbolbild): Die Inflation ist erneut angestiegen. (Quelle: Thomas Trutschel/imago)

Hohe Energiepreise treiben die Teuerung in Deutschland weiter nach oben. Mit der Entlastung an der Tankstelle ist es vorerst vorbei. Volkswirte rechnen mit weiter steigenden Verbraucherpreisen.

Die Inflation in Deutschland ist im August erneut gestiegen. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat – nach 2,8 Prozent im Juli und 2,3 Prozent im Juni, wie das Statistische Bundesamt am Montag zu seiner ersten Schätzung mitteilte. Die Ölpreise sind durch den wiederaufgeflammten Nahost-Krieg gestiegen. Auch Sondereffekte wie das Niedrigwasser am Rhein belasteten – etwa in Nordrhein-Westfalen.

„Die mit 2,9 Prozent etwas höhere Inflation im August ist wie in den Vormonaten auf stärker gestiegene Preise für Kraftstoffe und Heizöl zurückzuführen“, sagte Silke Tober, Inflationsexpertin des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der arbeitnehmernahen Hans-Böckler-Stiftung.

  • „Fehlende Wertschätzung“: Lebensmittel sind laut Ministerin zu günstig
  • Produktion eingestellt: Deutscher Rucksack-Hersteller insolvent

Nach dem Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs hatte die Bundesregierung im Mai und Juni für etwas Entlastung gesorgt: Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel wurde vorübergehend um knapp 17 Cent pro Liter gesenkt. Doch nach dem Auslaufen dieses Tankrabatts sprang die Inflationsrate direkt um 0,5 Punkte auf 2,8 Prozent im Juli nach oben.

Energiepreise ziehen stark an – Lebensmittel kaum teurer

Zentraler Preistreiber war auch im August Energie. Fürs Tanken und Heizen mussten Verbraucherinnen und Verbraucher 10,5 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Nahrungsmittel verteuerten sich dagegen nur leicht um 0,1 Prozent, in den drei Monaten zuvor waren die Lebensmittelpreise jeweils um 0,4 Prozent gestiegen. Von Juli auf August des laufenden Jahres zogen die Verbraucherpreise den vorläufigen Angaben der Wiesbadener Statistiker zufolge um 0,2 Prozent an.

Auch die Lebensmittelpreise im Supermarkt sind gestiegen. (Symbolbild) (Quelle: IMAGO/Martin Wagner/imago)

Inflationsrate könnte weiter steigen

Nach Einschätzung der Bundesbank könnte sich das Leben in Deutschland in den nächsten Monaten vorübergehend weiter verteuern. Denn der Iran-Konflikt schwelt weiter, mit der Folge, dass die für den internationalen Energiehandel wichtige Meerenge Straße von Hormus faktisch blockiert bleibt.

Autofahrer in Deutschland bekommen das an der Zapfsäule zu spüren. Nach Einschätzung des ADAC könnte 2026 das bislang teuerste Tankjahr überhaupt werden. Und je länger die Energiepreise hoch bleiben, umso größer die Gefahr, dass auch andere Preise steigen, weil zum Beispiel Transport und Kühlung von Lebensmitteln teurer werden. Dazu kommen die Folgen von Hitze und Trockenheit, die die Ernte schmälern.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version