Ausbruch im Kongo
Infizierter Ebola-Patient soll in der Charité behandelt werden
19.05.2026 – 15:06 UhrLesedauer: 2 Min.
Die USA haben Deutschland um Behandlung eines Ebola-Patienten gebeten, der sich im Kongo infiziert hat. Nach rbb-Informationen soll er in die Berliner Charité kommen.
Die US-Behörden haben die Bundesregierung um Aufnahme und Behandlung eines mit dem Ebola-Virus infizierten US-Bürgers gebeten. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. Nach Informationen des rbb soll der Patient in der Berliner Charité behandelt werden – eine offizielle Bestätigung des Behandlungsorts steht aus. Ob er bereits in Deutschland eingetroffen ist, war zunächst unklar.
- Ebola-Ausbruch im Kongo: Wird es auch in Deutschland zur Gefahr?
Laut US-Medien und einer christlichen Missions-Organisation handelt es sich bei dem Infizierten um einen Arzt, der sich beim Behandeln in einem Krankenhaus im Kongo infiziert hat. Die US-Gesundheitsbehörde CDC bestätigte, dass der Mann im Kongo gearbeitet und am Wochenende positiv getestet worden sei.
Sechs Kontaktpersonen sollen nach Deutschland kommen
Zusammen mit dem Patienten sollen auch sechs Kontaktpersonen mit hohem Ansteckungsrisiko nach Deutschland verlegt werden. Zu ihrer Nationalität wurden keine Angaben gemacht. Das Bundesgesundheitsministerium verwies auf ein bundesweites Expertennetzwerk für das Management von Krankheiten durch hochpathogene Erreger.
Verantwortlich für den Ausbruch ist die seltene Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus, für die es weder einen Impfstoff noch eine Therapie gibt. Das kongolesische Gesundheitsministerium meldete 513 Verdachtsfälle und 131 vermutete Todesfälle. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die Ausbreitungsgefahr für die gesamte Region Zentral- und Ostafrika als hoch ein.
WHO-Chef erklärte internationale Notlage
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte die internationale Notlage, ohne den Notfallausschuss abzuwarten – nach WHO-Angaben ein bislang einmaliger Vorgang. Der Ausschuss soll nun Empfehlungen erarbeiten, wie mit der Notlage umgegangen werden soll. Ein WHO-Sprecher erklärte, die Erklärung solle keine Panik schüren, sondern Länder über das dringende Problem informieren und die internationale Zusammenarbeit stärken.
Der Ausbruch begann laut der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC vermutlich in der dritten Aprilwoche in der nordöstlichen Provinz Ituri, die an Uganda und den Südsudan grenzt – gemeldet wurde er aber erst Anfang Mai. Auch im benachbarten Uganda wurden zwei Fälle registriert. Es handelt sich um den insgesamt 17. Ebola-Ausbruch im Kongo seit 1976. Stephan Becker, Leiter des Instituts für Virologie an der Philipps-Universität Marburg, bezeichnete es als „besorgniserregend, dass der Ausbruch offenbar lange unentdeckt blieb.“
