Neuer BYD Dolphin mit Plug-in-Hybrid

Und dann machte er „ding-dong“


11.06.2026 – 17:45 UhrLesedauer: 5 Min.

Kleinwagen mit Hybrid-Herz: Mit mehr als 1.000 Kilometern Reichweite soll der BYD Dolphin mit dem kryptischen Kürzel G DM-i Käufer von Toyota Yaris und Co. für sich überzeugen.

Kleinwagen mit Hybridherz: Der BYD Dolphin mit dem kryptischen Kürzel G DM-i soll Käufer von Toyota Yaris und Co. von sich überzeugen. (Quelle: Clausen)

Mehr als 1.000 Kilometer Reichweite in einem Kleinwagen? BYD verspricht genau das. Der Dolphin G DM-i zeigt im ersten Test, was wirklich in ihm steckt.

„Ding-dong, ding-dong.“ Ein künstlicher Ton, irgendwo zwischen Microsoft-Teams-Benachrichtigung und Fehlermeldung. Er ertönt jedes Mal, wenn im BYD Dolphin G DM-i der Blinkerhebel betätigt wird – übrigens je nach Blinkrichtung als „ding-dong“ oder als „dong-ding“. Menschen mit empfindlichem Gehör könnten darauf mit einer Blinkverweigerung reagieren.

Das wäre allerdings erstens nicht vereinbar mit der Straßenverkehrsordnung, und zweitens wird diese Beobachtung allein dem Kleinwagen nicht gerecht. Denn abgesehen von seinem eigenwilligen Sounddesign hinterlässt der neue Plug-in-Hybrid einen überraschend guten Eindruck. Vor allem eine Eigenschaft macht ihn interessant: BYD bringt Reichweiten von mehr als 1.000 Kilometern in ein Segment, in dem solche Werte bislang kaum eine Rolle spielen. Dabei geht es nicht nur um die reine Reichweite. Entscheidend ist vielmehr, wie oft der Dolphin tatsächlich elektrisch fährt. Dazu später mehr im t-online-Kurztest.

t-online-Kurztest – was ist das?

Immer wieder laden Fahrzeughersteller zu sogenannten Fahrveranstaltungen ein – hier können Journalistinnen und Journalisten neue Modelle für einige Stunden oder einen Tag Probe fahren. Dabei handelt es sich nicht um einen ausführlichen Alltagstest, sondern um eine erste Einschätzung: Wie wirkt das Auto auf den ersten Kilometern? Was fällt sofort positiv oder negativ auf? Unsere Eindrücke stammen also aus einem kompakten Zeitraum – mit dem Ziel, Ihnen möglichst schnell einen authentischen Eindruck von dem neuen Modell zu vermitteln.

Weniger verspielt, deutlich europäischer

Wer die ersten Modelle von BYD kennt, merkt schnell, dass die Chinesen zugehört haben. Der Dolphin wirkt deutlich stärker auf europäische Geschmäcker zugeschnitten als viele frühere Fahrzeuge der Marke.

Hübsch designt: Markante Luftausströmer, ein paar Knöpfe, ein recht übersichtliches Zentraldisplay.

Der 4,16 Meter lange Kleinwagen setzt auf klare Linien und nicht auf verspielte Designexperimente. Das gilt auch für den Innenraum. Es gibt klassisch verstellbare Lüftungsdüsen, haptische Tasten am Lenkrad und einen großen Zentralbildschirm. Das Smartphone lässt sich unkompliziert koppeln, die Menüs wirken logisch aufgebaut und wichtige Funktionen werden schnell gefunden.

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Für einen Kleinwagen macht das Cockpit insgesamt einen ordentlichen Eindruck. Gleichzeitig wird aber auch klar, an welchen Stellen BYD gespart hat. Der obere Bereich des Armaturenträgers besteht aus Hartplastik. Das untere Türfach wirkt recht dünnwandig. Auch einige Hochglanzflächen und der Becherhalter in der Mittelkonsole werfen Fragen zur Langzeitqualität auf: Manche Kunststoffe sehen schon jetzt so aus, als würden sie einem Schlüsselbund nicht besonders lange verzeihen.

Gut versteckt: Das dritte Seitenfenster des Kleinwagens ist von außen kaum zu erkennen. (Quelle: Clausen)
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