Kurz vor neuem Jahreswechsel
Hunderte Silvester-Verfahren noch ungeklärt
30.11.2025 – 07:08 UhrLesedauer: 2 Min.
Vor dem Jahreswechsel sind in Berlin noch über 200 Silvester-Fälle offen. Damals gab es Schwerverletzte und hohe Sachschäden durch Pyrotechnik.
Die Staatsanwaltschaft Berlin bearbeitet einen Monat vor dem kommenden Jahreswechsel noch rund 230 Verfahren zu Straftaten vom vergangenen Silvester. Dies teilte Sprecher Michael Petzold auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.
Nach dem letzten Jahreswechsel leiteten die Behörden insgesamt 576 Verfahren zu silvestertypischen Delikten ein. Die Staatsanwaltschaft erhob in 83 Fällen Anklage und beantragte in 45 Fällen Strafbefehle ohne mündliche Verhandlung. Für jugendliche Täter stellte sie neun Anträge auf vereinfachte Jugendverfahren.
Die Behörden stellten 342 Fälle ein. Gründe waren meist nicht ermittelbare Täter oder Jugendliche, die erstmals und mit nicht erheblichen Straftaten auffielen.
Zu den schwerwiegenden offenen Fällen zählen Explosionen von Kugelbomben in Schöneberg und Tegel. Diese verursachten schwere Verletzungen und erhebliche Sachschäden. Nach dem Vorfall in der Vorbergstraße in Schöneberg ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen 13 mutmaßliche Täter.
Ende Juli durchsuchten Ermittler die Wohnungen von drei Verdächtigen im Alter von 18, 24 und 26 Jahren. Michael Petzold, Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin, erklärt: „Die Auswertung der sichergestellten elektronischen Datenträger dauert an.“
Die Detonation in Schöneberg verletzte fünf Menschen. Zahlreiche Häuserfassaden wurden stark beschädigt, viele Fenster zerbrachen.
Im Fall eines illegalen Böllers im Bottroper Weg in Tegel laufen die Ermittlungen gegen einen Jugendlichen weiter. Bei dem damals 17-Jährigen fand bereits im Januar eine Durchsuchung statt. Er soll am 1. Januar kurz nach Mitternacht inmitten einer Menschenmenge „den pyrotechnischen Gegenstand in einem Abschussrohr aus Glasfaserkunststoff gezündet zu haben“, wie es seinerzeit von Polizei und Staatsanwaltschaft hieß.
Ein siebenjähriger Junge erlitt dabei lebensgefährliche Verletzungen und musste mehrfach operiert werden. Ein 41-jähriger Mann trug Verletzungen an Bein und Hand davon und wurde ebenfalls mehrmals operiert. Die Ermittler gehen in beiden Fällen von bleibenden gesundheitlichen Schäden aus.
Offen bleibt auch der Fall eines Influencers, der eine Silvesterrakete auf eine Berliner Wohnung schoss. Die Staatsanwaltschaft legte gegen das Urteil des Landgerichts Revision ein. Das Gericht verurteilte den Mann am 9. April wegen Sachbeschädigung zu sechs Monaten auf Bewährung. Die Staatsanwaltschaft hatte auf versuchte schwere Brandstiftung und versuchte gefährliche Körperverletzung plädiert.
