Heil und Chrupalla streiten bei Maischberger
„Sie sind das Trojanische Pferd Putins in Deutschland“
22.01.2026 – 03:44 UhrLesedauer: 4 Min.
AfD-Chef Chrupalla und SPD-Politiker Heil haben sich einen hitzigen Schlagabtausch geliefert. Vor allem Tiervergleiche warfen sie sich an den Kopf.
Donald Trump, Putin, der Ukraine-Krieg: SPD-Außenpolitiker Hubertus Heil und AfD-Chef Tino Chrupalla sind bei „Maischberger“ am Mittwoch gleich bei mehreren Themen aneinandergeraten. Besonders hitzig wurde der verbale Schlagabtausch, als es um ein mögliches Ende des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine ging. Er habe jüngst gesagt, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj müsse Kompromisse akzeptieren, damit das Sterben aufhöre, zitierte Maischberger Chrupalla und wollte von ihrem Gast wissen: Was liegt auf dem Verhandlungstisch?
Es gehe zum einen darum, dass der Donbass an Russland gehe, so der AfD-Chef. Ferner müsse der Nichteintritt der Ukraine in die Nato diskutiert werden und wie sich das Land zukünftig mit Blick auf Atomwaffen positioniere. Bei diesen drei Punkten handele es sich eins zu eins um Positionen des Kremls, intervenierte Heil umgehend und kritisierte, Chrupalla habe nicht einen Satz zu Sicherheitsgarantien für die Ukraine gesagt. Auch die Souveränität des Landes habe er nicht angesprochen.
„Sie sind das Trojanische Pferd Putins in Deutschland!“, wetterte Heil und warf dem AfD-Mann eine Täter-Opfer-Umkehr vor. Der russische Präsident Wladimir Putin habe jeden Tag die Möglichkeit, den Krieg zu beenden, so der SPD-Mann. Durch einen Waffenstillstand oder indem er sich auf Friedensgespräche einlasse. „Aber beenden kann es auch die Ukraine mithilfe der Amerikaner“, warf Chrupalla ein. „Indem sie sich ergibt!“, entgegnete Heil.
Es brauche einen „gerechten Frieden“, forderte der Sozialdemokrat – nicht die Unterwerfung gegenüber einer Diktatur. „Das ist doch eine Metapher, dieses Wort ‚gerechter Frieden‘“, gab Chrupalla zu bedenken. „Sie können ja nicht mal das Wort Metapher definieren, was meinen Sie denn damit?“, schoss Heil zurück.
„Ich meine, das ist eine Aussage, die sie jetzt getroffen haben, die niemals zutrifft“, so Chrupallas Erklärung. „Was bedeutet denn gerechter Frieden?“, wollte er wissen. Es gehe um einen Verhandlungsfrieden, bei dem beide Seiten einen Interessenausgleich finden, so Heil. „Den wird es mit den Amerikanern geben“, beharrte Chrupalla.
Hitzig wurde es auch, als Maischberger von Chrupalla wissen wollte, ob er es als Kriegsverbrechen betrachte, dass Zehntausende Ukrainer infolge der russischen Bombardierungen bei tiefen Minusgraden ohne Strom, Wärme und Wasser seien. Das sollten nach dem Krieg Gerichte beantworten, versuchte sich der AfD-Chef einer Antwort zu entziehen, doch die Moderatorin ließ nicht locker.
