Hitzige Debatte bei Lanz
„Hören Sie sich eigentlich reden?“ – Strack-Zimmermann kontert Kritik
03.06.2026 – 03:01 UhrLesedauer: 3 Min.
Karl Lauterbach und Marie-Agnes Strack-Zimmermann geraten bei „Lanz“ heftig aneinander – warnen aber beide vor einem Rechtsruck der FDP Richtung AfD.
Die Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) weist den Verdacht zurück, ihre Kampfkandidatur gegen Wolfgang Kubicki um den Parteivorsitz sei von langer Hand vorbereitet worden. Diesen Verdacht stellte bei „Markus Lanz“ am Dienstagabend der Moderator selbst in den Raum. „Das war eine Überraschung, kurzfristig“, bekräftigte die Europaparlamentarierin ihren Entschluss, sich auf dem FDP-Parteitag zur Abstimmung zu stellen. Die Entscheidung sei zwei Tage zuvor am Freitagmorgen gefallen.
Die Gäste
- Karl Lauterbach (SPD), Bundestagsabgeordneter
- Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Europaparlamentarierin
- Bernd Raffelhüschen, Ökonom
- Robin Alexander, Journalist
Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach bezweifelte bei „Lanz“ den spontanen Charakter der Kampfkandidatur. „Der Zirkus erinnert mich an das Lügengerede von Christian Lindner“, sagte der ehemalige Bundesgesundheitsminister. „Das ist einfach der unseriöse Charakter dieser Partei, der sich hier aufdrängt“, fügte er hinzu und bezeichnete die Liberalen als „halbseiden“.
„Lanz“: Lauterbach contra Strack-Zimmermann
Inhaltlich hätte er sich sogar gefreut, wenn Strack-Zimmermann zur FDP-Vorsitzenden gewählt worden wäre, erklärte Lauterbach. Seine Kritik richte sich gegen den Stil, der an das Verhalten in der Ampelkoalition erinnere: Etwas als spontan vorzutäuschen, was in Wahrheit geplant gewesen sei.
„Hören Sie sich eigentlich reden?“, schlug die aus ihrem Brüsseler Büro zugeschaltete Strack-Zimmermann umgehend zurück und warf Lauterbach unseriöses Verhalten vor. Dann behauptete die Verteidigungsexpertin, Lauterbach sei nur dank einer Internetkampagne überhaupt Gesundheitsminister geworden – und nicht, weil der Bundeskanzler ihn gewollt habe: „War das inszeniert oder nicht?“
„Aua, aua, aua, aua, aua“, ging Lanz dazwischen: „Ich weiß auch nicht – sollen wir einen Therapeuten anrufen? Ich habe das Gefühl, gerade ampelmäßig ist hier noch einiges aufzuarbeiten.“
Einen Tadel gab es vom Moderator an Lauterbach, als der dem Ökonomen Bernd Raffelhüschen in der Runde attestieren wollte, nicht neutral zu sein, weil Raffelhüschens Ehefrau Claudia für die FDP im Bundestag gesessen hatte: „Was für ein Niveau, Herr Lauterbach, bitte!“
Kubicki und die Brandmauer
Eher einig waren sich Strack-Zimmermann und Lauterbach hingegen in ihrer Sorge vor einer möglichen Annäherung der FDP an die AfD. Der Ex-Bundesminister sprach von einer „gefährlichen Rechtsverschiebung der FDP“ unter Kubicki: „Er kokettiert damit, die Brandmauer fallen zu lassen und das ist einfach super gefährlich.“
