Nierenkrankheit

„Steingürtel“ könnte sich auf Deutschland ausweiten


07.06.2026 – 07:22 UhrLesedauer: 2 Min.

Kleine Nierensteine mit fünf bis sieben Millimetern Durchmesser wandern oft von selbst in die Blase und werden ausgeschieden. Bei größeren Steinen ist eine Behandlung nötig. (Quelle: PonyWang/getty-images-bilder)

Heiße Sommertage belasten nicht nur den Kreislauf. Auch das Risiko für Nierensteine könnte dadurch steigen. Was Fachleute raten.

Nierensteine gehören zu den häufigsten Erkrankungen der Harnwege. Sie entstehen, wenn sich bestimmte Stoffe im Urin zu kristallinen Ablagerungen zusammensetzen.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) leiden in den Industrieländern zwischen fünf und elf Prozent der Menschen an Nieren- oder Harnleitersteinen, also einer sogenannten Urolithiasis. Männer trifft es etwa doppelt so häufig wie Frauen.

  • Wie Nierensteine entstehen: Die Ursachen sind häufig

Warum Hitze die Steinbildung fördert

Der Zusammenhang zwischen hohen Temperaturen und Nierensteinen ist gut bekannt. Wer stark schwitzt und zu wenig trinkt, scheidet weniger Urin aus. Dadurch steigt die Konzentration von Stoffen wie Kalzium, Oxalat oder Harnsäure im Harn. Diese können Kristalle bilden, aus denen später Steine entstehen.

„Hitze ist ein unterschätzter Risikofaktor für Nierensteine“, sagt Nierenexpertin Sylvia Stracke von der Universitätsmedizin Greifswald. Sie rechnet damit, dass die Zahl der Erkrankungen künftig zunimmt.

  • Nierensteine behandeln: Welche Maßnahmen helfen?

Besonders deutlich zeigt sich der Zusammenhang im sogenannten Steingürtel. So bezeichnen Fachleute Regionen rund um den Äquator sowie heiße Gebiete im Südosten der USA oder in Teilen Südostasiens. Dort sind mehr als zehn Prozent der Bevölkerung von Nierensteinen betroffen. Ursache ist vor allem ein chronischer Flüssigkeitsmangel durch die hohen Temperaturen.

„Steingürtel“ könnte sich auf Deutschland ausweiten

Mit steigenden Durchschnittstemperaturen könnte sich dieser „Steingürtel“ weiter nach Norden ausdehnen. Dann würden künftig auch in Deutschland mehr Menschen Nierensteine entwickeln.

Allein im Jahr 2024 behandelten Krankenhäuser hierzulande bereits mehr als 113.000 Menschen wegen Nierensteinen. Die tatsächliche Zahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Betroffene ambulant behandelt werden oder ihre Steine zunächst gar nicht bemerken.

Bei Hitze 2,5 Liter zur Vorsorge

Um vorzubeugen, empfehlen Fachleute vor allem eines: ausreichend trinken. Während sonst etwa 1,5 Liter pro Tag ausreichen, sollten Erwachsene an heißen Tagen täglich etwa 2,5 Liter Flüssigkeit über Getränke und Nahrung aufnehmen. Bei großer Hitze kann der Bedarf noch höher liegen.

Geeignet sind vor allem Wasser, ungesüßte Tees oder stark verdünnte Saftschorlen. Viel Flüssigkeit verdünnt den Urin und senkt so die Konzentration der steinbildenden Stoffe.

  • Ernährung: Was Sie bei Nierensteinen nicht essen sollten

Nicht nur Trinken spielt eine Rolle

Neben einem Flüssigkeitsmangel erhöhen auch Übergewicht, zu wenig Bewegung, eine salz- und fleischreiche Ernährung sowie bestimmte Stoffwechselerkrankungen das Risiko. Darüber hinaus kann eine familiäre Veranlagung die Entstehung von Nierensteinen begünstigen.

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