Ernte in Norddeutschland

Erdbeersaison endet früher als gewohnt

22.07.2026 – 07:29 UhrLesedauer: 2 Min.

Erdbeeren in einer Schale (Symbolbild): Die Erdbeer-Hochsaison im Norden endet langsam. (Quelle: Sebastian Kahnert/dpa-bilder)

Anhaltende Hitze hat die Reifezeit von Erdbeeren beschleunigt. Das hat Folgen für Verkaufsstände und Selbstpflücker.

Die Hochsaison für Erdbeeren ist im Norden vielerorts beendet. „In Schleswig-Holstein sowie in und um Hamburg haben wir noch zwölf Verkaufsstände offen, die bleiben erstmal stehen – ein paar Erdbeeren haben wir noch“, berichtet Enno Glantz vom Erdbeerhof Glantz.

Enno Glantz, der auf insgesamt 180 Hektar in Delingsdorf im Kreis Stormarn und in Hohen Wieschendorf in Nordwestmecklenburg anbaut, spricht von einer „Durchschnittsernte“. Der Großteil seiner rund 240 Verkaufsstände in und um Hamburg, in Mecklenburg-Vorpommern und in Sachsen-Anhalt wurde bereits abgebaut.

Hitze verkürzt die Erdbeersaison

Die Hitze habe die Saison verkürzt, weil die späteren Sorten früher reif waren. Glantz erklärt: „Ich hatte mir mehr erhofft, weil wir gut in die Ernte gegangen sind – Hitze mögen die Erdbeeren nicht – bis 25 Grad fühlt sie sich wohl, dann macht sie dicht, dann ist es Stress.“

Auch der Wechsel von Hitze zu kälteren Tagen sei für die Spätsorten schwierig gewesen. Genaue Ertragszahlen könne er noch nicht nennen. Er hoffe nun darauf, dass der Sommer 2027 anders werde.

Glantz baut seit 55 Jahren Erdbeeren an. 35 Prozent seiner Früchte wachsen unter Folientunneln, der Rest im Freiland. Die Hochsaison fällt laut Glantz traditionell auf den Zeitraum vom 1. bis zum 20. Juni. Um die gesamte Saison abzudecken, setzt er auf verschiedene Sorten, von denen jede im Schnitt etwa vier Wochen Früchte trägt.

„Wir haben bisschen mehr, aber kürzer geerntet“

Beim Erdbeerhof Jensen in Sörup im Kreis Schleswig-Flensburg fällt die Bilanz ähnlich aus. Der Betreiber sagt, die Erträge seien grundsätzlich durchschnittlich, „vielleicht sogar ein bisschen darüber“ gewesen. Wegen der Hitze endete die Erntezeit aber rund eine Woche früher als sonst, wodurch Verkaufstage wegfielen: „Wir haben bisschen mehr, aber kürzer geerntet.“

Da die reifen Früchte schnell vermarktet werden mussten, lieferte er größere Mengen als üblich an die Industrie, etwa für die Marmeladenherstellung. Normalerweise ziele der Betrieb darauf ab, möglichst viele Erdbeeren direkt an Kunden zu verkaufen.

Auch die Zeit für Selbstpflücker endete in diesem Jahr früher. In anderen Jahren waren die Früchte an den Ständen im Raum Angeln, Flensburg, Schleswig, an der Ostküste und in Nordfriesland teilweise bis Ende August erhältlich. In diesem Jahr baut der Betrieb die ersten Stände bereits ab, will aber noch bis Ende Juli verkaufen.

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