Mit den steigenden Temperaturen nehmen auch die Belastungen in den Nächten zu. Vor allem im Süden könnte die Luft zunehmend schwül werden. Nach den Berechnungen des europäischen Wettermodells sind dort örtlich Tropennächte mit Tiefstwerten zwischen 20 und 24 Grad möglich. Im Norden kühlt es dagegen häufiger noch auf 10 bis 17 Grad ab.
Wettermodell berechnet eine Hitzeglocke über Deutschland
Für den weiteren Verlauf richtet sich der Blick auf ein Wetterphänomen, das Meteorologen als Omegahoch bezeichnen. Dabei bildet sich ein kräftiges Hochdruckgebiet, das auf beiden Seiten von Tiefdruckgebieten flankiert wird. Auf Wetterkarten erinnert diese Konstellation an den griechischen Buchstaben Omega (Ω).
Solche Wetterlagen können sich über mehrere Tage oder sogar Wochen kaum von der Stelle bewegen und bleiben fast unverändert über einer Region. So geschah es bei der vergangenen Hitzewelle Ende Juni, bei der sich eine Hitzeglocke über Europa legte. Genau dieses Szenario berechnet das europäische Wettermodell ECMWF aktuell für die Zeit bis zum 14. Juli.
Demnach baut sich die Hochdruckzone über Mitteleuropa weiter auf und verlagert ihren Schwerpunkt zwischen Deutschland und Südskandinavien. Die Temperaturen würden dann verbreitet 27 bis 32 Grad erreichen, im Südwesten wären bis zu 35 Grad möglich. Vor allem in der Südhälfte könnten zudem Tropennächte auftreten, in denen die Temperaturen nicht unter 20 Grad sinken.
Zwei Wettermodelle, zwei unterschiedliche Entwicklungen
Ganz so eindeutig ist die Entwicklung allerdings nicht. Selbst das europäische Wettermodell zeigt, dass kleinere Störungen das Omegahoch unterwandern könnten. Ab dem 15. Juli würde die Hochdruckbrücke demnach an ihrer Südflanke an Stabilität verlieren. In der Folge könnten sich Tiefdruckgebiete über Mitteleuropa ausbreiten.
Dann würde sich das Wetter spürbar verändern. Regional könnten sich kräftige Gewitter entladen. Nach den Berechnungen wären auch unwetterartige Entwicklungen mit Starkregen möglich. Bis zum 17. Juli könnten sich die Niederschläge regional länger festsetzen, bevor die Temperaturen bis zum 19. Juli wieder auf etwa 20 bis 28 Grad zurückgehen.
Was die Wetterprognosen derzeit aussagen
Noch skeptischer ist derzeit das amerikanische Wettermodell GFS. Es lässt eine stabile Omegahoch-Lage erst gar nicht entstehen. Stattdessen ziehen immer wieder kleinere Störungen über Mitteleuropa hinweg. Die Folge wären zwar ebenfalls hochsommerliche Temperaturen zwischen 24 und 32 Grad. Gleichzeitig würde aber das Risiko für teils kräftige Gewitter deutlich steigen. Nach diesem Szenario könnten einzelne Gewitterzellen nahezu ortsfest werden und regional über Stunden hinweg große Regenmengen bringen.
