Itala ging 1935 pleite

Historische Automarke kehrt zurück – mit Technik aus China


Aktualisiert am 02.06.2026 – 21:48 UhrLesedauer: 2 Min.

Rückkehr als SUV: Bei der Basis setzt Itala auf chinesische Technik. (Quelle: Itala/DR Automobile)

Itala gewann einst die legendäre Peking-Paris-Fahrt. Nun kehrt die Marke mit einem neuen SUV und einer ungewöhnlichen Produktionsstrategie zurück.

Itala kehrt zurück. 91 Jahre nach dem Ende der traditionsreichen italienischen Automarke kommt ein neues Modell auf den Markt. Der Itala 35 soll ab September 2026 zunächst in Italien, später auch in weiteren Märkten verkauft werden. Das Besondere: Hinter dem historischen Namen steckt Technik aus China.

Mit dem SUV startet das Projekt „Historic Italian Brands“ (HIB) des Unternehmens DR Automobiles. Ziel ist es, traditionsreiche italienische Marken wiederzubeleben und mit aktueller Fahrzeugtechnik auf die Straße zurückzubringen. Neben Itala soll auch die Marke O.S.C.A. eine neue Modellpalette erhalten.

Die Pleite kam bereits 1935

Rennwagen von Itala aus dem Jahr 1907: Das Unternehmen war unter anderem im Rennsport erfolgreich. (Quelle: IMAGO/National Motor Museum/Heritage Images/imago)

Die Geschichte von Itala reicht bis ins Jahr 1903 zurück. Gegründet wurde das Unternehmen von der Familie Ceirano in Turin. Bekannt wurde die Marke unter anderem durch den Sieg bei der Peking-Paris-Fahrt im Jahr 1907. Damals gewann Prinz Scipione Borghese mit einem Itala 35/45 HP die Langstreckenfahrt von China nach Frankreich. 1935 stellte das Unternehmen infolge wirtschaftlicher Schwierigkeiten den Betrieb ein.

Der Itala 35 greift zwar den historischen Modellnamen auf, doch viel mehr hat er mit dem Original nicht gemeinsam. Technisch handelt es sich um ein Kompakt-SUV, das 4,41 Meter lang ist und von einem 1,5-Liter-Turbobenziner angetrieben wird. Der Vierzylinder leistet 170 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 270 Newtonmetern. Die Kraftübertragung übernimmt ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe.

Selbstbewusstes SUV: Großer Kühlergrill mit dem Markenlogo. (Quelle: Itala/DR Automobiles)

Die technische Grundlage stammt vom chinesischen Hersteller GAC. Der Itala 35 basiert auf dem Trumpchi GS3 Yingsu. Plattform, Antriebsstrang und wesentliche Teile der Fahrzeugarchitektur wurden übernommen. Damit will DR Automobiles Entwicklungszeiten verkürzen und Produktionskosten senken.

Ein Hauch Italien im China-SUV

Trotz des hohen chinesischen Anteils betonen die Verantwortlichen zugleich den italienischen Anteil am Projekt. Die Endmontage soll künftig in Macchia d’Isernia in der Region Molise erfolgen. Dort werden nach Unternehmensangaben auch Fahrwerk, Elektronik, Infotainment und Bremsanlage an die Anforderungen des europäischen Marktes angepasst. Die technische Entwicklung verantwortet Roberto Fedeli, der zuvor unter anderem für Ferrari, Maserati und Aston Martin tätig war. Nach Angaben des Unternehmens sollen rund 50 Millionen Euro investiert und etwa 500 Arbeitsplätze geschaffen werden. Langfristig soll ein größerer Teil der Wertschöpfung in Italien erfolgen.

Innenraum des Itala 35: Hier will das Unternehmen italienischen Chic hineinbringen. (Quelle: Itala)
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