Zusätzlicher Standort

Neues Wohnangebot für psychisch Erkrankte eröffnet

25.09.2026 – 14:43 UhrLesedauer: 2 Min.

Park im Herbst (Symbolbild): Am Inselwall in Braunschweig gibt es ein neues Wohnangebot. (Quelle: via www.imago-images.de/imago)

Die AWO erweitert in Braunschweig ihr Angebot für psychisch erkrankte Menschen. Kleine Wohngemeinschaften sollen mehr Selbstständigkeit ermöglichen. Wo sie sich befinden.

Der AWO-Bezirksverband Braunschweig hat am Inselwall einen zusätzlichen Standort seines Sozialpsychiatrischen Zentrums eröffnet. Dort leben psychisch erkrankte Menschen in Wohngemeinschaften mit jeweils zwei bis drei Personen. Ziel ist es, ihre Selbstständigkeit zu stärken und sie auf ein Leben außerhalb einer Einrichtung vorzubereiten.

Die Betreuung findet dabei nicht ausschließlich vor Ort statt. Kontakte mit dem Personal sind nach Angaben der AWO auch digital über Tablets möglich. „Die Besonderheit hier in dem Angebot ist, dass eine höhere Selbstständigkeit der Bewohner*innen trainiert wird“, erklärt Einrichtungsleiterin Katja Ruhland.

Unterstützung im Alltag bleibt bestehen

Trotz des stärkeren Fokus auf Selbstständigkeit sollen die Bewohner weiterhin Unterstützung im Alltag erhalten. Dazu gehören laut AWO tagesstrukturierende Angebote sowie Hilfe in den Bereichen Arbeit, Beschäftigung und Freizeit. Auch bei der Wohnraumführung und beim Zusammenleben in der Wohngemeinschaft gibt es Unterstützung.

„Dieses Angebot innerhalb der Eingliederungshilfe bereitet die Bewohner*innen auf ein selbstständiges Leben außerhalb einer Einrichtung vor“, sagt Rifat Fersahoglu-Weber, Vorstandsvorsitzender des AWO-Bezirksverbands Braunschweig.

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Bei der Eröffnung waren auch Braunschweigs Oberbürgermeister Thorsten Kornblum und die Staatssekretärin im Sozialministerium, Christine Arbogast, vor Ort. Arbogast hob die Gestaltung der neuen Räume hervor. Die Bewohner hätten dabei ein großes Mitspracherecht gehabt.

Kornblum betonte nach Angaben der AWO vor allem die soziale Teilhabe und die Mitbestimmung der Bewohner. „Besonders freue ich mich darüber, dass Mitbestimmung in diesem Kontext kontinuierlich weiterentwickelt wird“, sagte er.

Bewohner können Angebote mitgestalten

Auch bei den Angeboten des Standorts sollen die Bewohner mitbestimmen können. Nach Angaben von Einrichtungsleiterin Ruhland betrifft das sowohl die Unterstützung und die Tagesstruktur als auch die Gestaltung der Räume.

Bei der Eröffnung konnten Besucher an Rundgängen teilnehmen und Einblicke in die Tagesstruktur bekommen. Die dritte Herrenmannschaft von Eintracht Braunschweig baute zudem einen Bewegungsparcours auf.

Fersahoglu-Weber nutzte die Eröffnung auch, um auf die Bedeutung der Eingliederungshilfe hinzuweisen. Dieser Bereich sei „massiv von Kürzungen bedroht“, sagte der AWO-Vorstandsvorsitzende. Angebote wie das am Inselwall müssten deshalb geschaffen und aufrechterhalten werden. „Teilhabe darf kein abstrakter Begriff und kein Ziel nur auf dem Papier sein. Sie muss im Alltag konkret gelebt werden.“

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