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Finanzen

Hemden-Pionier Eberhard Bezner ist tot – er wurde 90 Jahre alt

wochentlich.deBy wochentlich.de30 September 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Olymp trauert

Hemden-Pionier Eberhard Bezner ist tot


30.09.2026 – 12:12 UhrLesedauer: 3 Min.

Eberhard Bezner: Der Familienunternehmer ist mit 90 Jahren gestorben.Vergrößern des Bildes

Eberhard Bezner: Der Familienunternehmer ist mit 90 Jahren gestorben. (Quelle: Olymp)

Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00

Eberhard Bezner führte den Bietigheimer Hemdenhersteller ein halbes Jahrhundert lang und verlagerte die Produktion früh ins Ausland. Kritik daran konterte er stets selbstbewusst.

Der frühere Olymp-Chef Eberhard Bezner ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 90 Jahren zu Hause im Kreis seiner Familie, wie das Unternehmen aus Bietigheim-Bissingen am Mittwoch mitteilte. Bezner war bis zuletzt Mitgesellschafter der Olymp Bezner KG, die sein Sohn Mark heute in dritter Generation führt.

Unter seiner Führung wuchs Olymp von einem kleinen Familienbetrieb zum größten Hemdenhersteller Deutschlands. Die Marke gilt als eine der wenigen, die den Niedergang der deutschen Bekleidungsindustrie überstanden haben.

Mit 24 Jahren an der Spitze

Bezner kam am 31. Dezember 1935 in Stuttgart als einziges Kind des Olymp-Gründers Eugen Bezner zur Welt. Sein Vater hatte die Firma 1951 in der Waschküche seines Wohnhauses gegründet und Hemden aus Militärstoffen und Fallschirmseide unter dem Namen Olymp verkauft. Nach einer Lehre in einem Ludwigsburger Textilgroßhandel stieg der Sohn 1953 als einfacher Mitarbeiter ein. Er reparierte Nähmaschinen, verpackte Hemden und schrieb Rechnungen.

Als Eugen Bezner im Januar 1960 überraschend starb, übernahm der erst 24-Jährige die Verantwortung für damals rund 70 Beschäftigte. Ende der 1960er-Jahre begann er, die Fertigung aus Baden-Württemberg, damals ein Zentrum der Textilindustrie, ins Ausland zu verlagern. Autoindustrie und Maschinenbau warben in der Region die Arbeitskräfte ab. 1969 nahm die erste Fabrik in Slawonien im heutigen Kroatien die Produktion auf, 1980 verkaufte Olymp sein letztes deutsches Werk in Kißlegg im Allgäu.

Später folgten Betriebe in Asien, nach Angaben seines Sohnes zuerst in Hongkong. Kritik an der Verlagerung kam immer wieder auf. Bezner hielt dagegen: „Wäre ich seinerzeit nicht ins Ausland gegangen, gäbe es das Unternehmen Olymp nicht mehr.“ Bis 2010 führte er Olymp, zuletzt gemeinsam mit seinem Sohn Mark.

Hemden für 50 Waschgänge

Bezner arbeitete daran, Eigenschaften wie Bügelfreiheit und Haltbarkeit zu verbessern. Sein Leitsatz lautete: „Ein gutes Hemd sollte knapp 50 Waschgänge verkraften.“ Sein Sohn Mark sagte t-online, sein Vater sei überzeugt gewesen, dass gute Qualität nur unter guten Arbeitsbedingungen entstehe. So habe Olymp etwa in den 1970er- und 1980er-Jahren auf den Philippinen ein eigenes Werk mit einer Klinik für die Beschäftigten betrieben.

Bekannt war Bezner auch für seine Direktheit. Geschäftspartner ohne Olymp-Hemd fragte er auf Schwäbisch, „Hasch Koi Geld für a rechts Hemmad?“ (Hast du kein Geld für ein richtiges Hemd?), wie er den „Stuttgarter Nachrichten“ einmal erzählte. Er selbst sagte dazu: „Ich konnte halt meine Gosch nicht halten.“

imago 41950743Vergrößern des Bildes
Eberhard Bezner im Jahr 2019: „Hasch koi Geld für a rechts Hemmad?“ (Quelle: imago)
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