Partei fand prominenten Ersatz
Heino lehnt Angebot von Rechtspopulisten ab – oder?
Aktualisiert am 25.06.2026 – 10:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Für eine große Feier wollte die österreichische Rechtspartei gern Heino als Stargast engagieren. Der Sänger nahm nicht an, hieß es. Doch stimmt das?
Wie die „Bild“-Zeitung am 24. Juni berichtete, ging es um ein Volksfest in Wien, mit dem die österreichische Rechtspartei FPÖ am vergangenen Wochenende ihr 70-jähriges Bestehen gefeiert hatte. Als Stargast hatte sich die Partei Heino gewünscht, so die Darstellung.
Doch der 87-jährige Heino lehnte ab und erklärte: „Ich möchte nicht für die FPÖ auftreten, generell für Parteien nicht. Weil ich mich von keiner politischen Kraft vor ihren Wagen spannen lassen will.“ Er ergänzte: „Allerdings sind mir in meinem Publikum alle Menschen willkommen, egal, wen sie wählen.“
Die FPÖ fand offenbar schnell Ersatz: Als Stargast konnte Roberto Blanco gewonnen werden. Der 89-Jährige trat unter dem FPÖ-Banner auf und sang „Ein bisschen Spaß muss sein“. Einen Kommentar zu seinem Auftritt wollte Schlagersänger Roberto Blanco der Zeitung aber nicht abgeben.
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Heinos Manager Helmut Werner erklärte die Absage so: „Wenn Heino diesen Auftritt für die FPÖ gemacht hätte, wäre der Aufschrei groß gewesen.“. Er fand: „Bei Heino geht man schon im Vorfeld davon aus, dass er politisch nur rechts sein kann, was er definitiv nicht ist.“
FPÖ widerspricht Heino und seinem Manager
Am Donnerstag , dem 25. Juni, erreichte die Redaktion von t-online ein Presseschreiben der FPÖ. Diese widerspricht der Darstellung und schreibt: „Es ist schlichtweg falsch, dass der deutsche Sänger Heino eine Auftrittsanfrage der FPÖ ausgeschlagen habe und so die FPÖ ‚abblitzen‘.“ Richtig sei, dass man „dem finanziell überzogenen Angebot von Herrn Werner“, also dem Manager von Heino, „nicht nachgekommen“ sei. Aus der Sicht der Partei habe es sich also „genau umgekehrt“ verhalten: Die FPÖ sagte Heino ab.
Nicht der einzige politische Wirbel um Heino. Derzeit läuft ein Rechtsstreit des Schlagersängers gegen die AfD. Denn im Frühjahr hatte der AfD-Politiker Felix Teichner aus der Brandenburger Uckermark in den sozialen Medien verbreitet, Heino würde ihn wählen, und den Beitrag mit dem Song „Blau blüht der Enzian“ unterlegt. Dagegen geht Heino gerichtlich vor. Er wehrt sich gegen die politische Vereinnahmung und fordert von dem Landratskandidaten und dem AfD-Kreisverband Uckermark unter anderem Schmerzensgeld.
Transparenzhinweis: Ursprünglich hieß es, Heino habe den Auftritt abgesagt. Nachdem die FPÖ ihre Sicht der Dinge anders darstellte, hat die Redaktion entschieden, den Beitrag entsprechend zu aktualisieren.
