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Heimliche Wein-Hauptstadt – imposante Tropfen liegen im Ratskeller

wochentlich.deBy wochentlich.de24 Mai 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Heimliche Wein-Hauptstadt – imposante Tropfen liegen im Ratskeller
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Genuss unter Bremens Rathaus

Deutschlands heimliche Wein-Hauptstadt liegt im Norden


Aktualisiert am 23.05.2026 – 19:12 UhrLesedauer: 2 Min.

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Karl-Josef Krötz war 33 Jahre lang Ratskellermeister im Bremer Ratskeller (Archivfoto): Mittlerweile hat Frederik Janus sein Amt übernommen. (Quelle: Archivbild/Mohssen Assanimoghaddam/dpa)

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Tief unter der Erde, dort wo tägliche tausende Passanten entlanglaufen, liegt Bremens Genuss-Schatz. Seit mehr als 600 Jahren wird er gehütet.

Wer an Bremen denkt, denkt an Hafen, Handel und Hanse. An Wein denken die wenigsten. Und doch gilt die Stadt bei Kennern seit Jahrhunderten als besonderer Ort der deutschen Weinkultur. Der Grund liegt verborgen unter dem Marktplatz: im Bremer Ratskeller.

Seit mehr als 600 Jahren lagert hier Wein. Bereits 1405 ließ der Bremer Rat unter dem Rathaus einen Keller anlegen, um Weine zu prüfen, zu lagern und zu handeln. Was damals als Qualitätskontrolle begann, ist heute eine Sammlung von nationalem Rang – und in ihrer Art einzigartig.

Bremer Ratskeller: Diese Sammlung ist weltweit einmalig

Der Ratskeller bewahrt nach eigenen Angaben rund 650 verschiedene Weine aus allen 13 deutschen Anbaugebieten. Damit gilt er als größte Sammlung ausschließlich deutscher Weine weltweit. Vom Ahrtal bis nach Sachsen, vom Moselriesling bis zum Spätburgunder aus Baden: Kein anderer Ort bietet eine vergleichbare Konzentration deutscher Weingeschichte an einem Platz.

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Der Ratskeller in Bremen in den 1980er Jahren: Noch heute können Gäste im Untergeschoss des Gebäudes speisen. (Quelle: IMAGO/H.Tschanz-Hofmann/imago)

Besonders berühmt ist der sogenannte Rosekeller, ein abgetrennter Bereich des Gewölbes. Dort lagert der älteste Fasswein Deutschlands: ein Rüdesheimer Wein aus dem Jahr 1653. Er ist nicht mehr zum Ausschank bestimmt, sondern ein historisches Zeugnis – bewahrt unter konstanten Bedingungen, seit Generationen unangetastet.

Auch Flaschenweine von außergewöhnlichem Alter gehören zur Sammlung. Als ältester Flaschenwein gilt ein Rüdesheimer Apostelwein aus dem Jahr 1727. Solche Weine werden nicht geöffnet, sondern dienen als kulturhistorische Referenzen – vergleichbar mit Museumsstücken, nur eben in flüssiger Form.

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Unscheinbarer Eingang, doch dahinter liegt Bremens Genuss-Schatz (Archivfoto): Hier geht es in den Ratskeller. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Olaf Schulz/imago)

Bremer Ratskeller: kein reines Archiv im Herzen der Stadt

Was den Ratskeller zusätzlich besonders macht, ist seine Rolle als lebendiger Ort. Anders als viele Sammlungen ist er kein reines Archiv. Besucher können Weine aus verschiedenen Jahrzehnten probieren, geführt durch historische Säle, vorbei an riesigen Holzfässern und jahrhundertealten Gewölben.

Im Laufe der Zeit haben zahlreiche prominente Gäste hier Platz genommen. Kaiser Wilhelm II. soll ebenso zu den Besuchern gezählt haben wie bedeutende Schriftsteller und Komponisten des 19. Jahrhunderts. Auch Königin Elizabeth II. besuchte bei einem Staatsbesuch Bremen und den Ratskeller – eine Station, die sonst nur wenigen Staatsgästen vorbehalten ist.

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