Es wird heiß und gefährlich: Die erste intensive Hitzewelle des Jahres legt los – und wird tagelang andauern. Sogar die 40-Grad-Marke könnte geknackt werden. Schwere Unwetter drohen.
Ein sogenannter Heat Dome entwickelt sich über Deutschland: eine Hitzeglocke, die wie ein Deckel auf einem Topf sitzt, in dem der Druck immer weiter steigt – bis die Lage in heftige Gewitter mündet.
Die erste intensive Hitzewelle des Jahres steht bevor. Im Westen und Südwesten werden bereits ab Mittwoch 30 Grad erwartet, dann geht es rapide immer weiter bergauf mit den Temperaturen. Wie der Diplom-Meteorologe Dominik Jung t-online auf Anfrage erklärt, sind es vier einzelne Faktoren, die zusammenwirken und das Extremwetter mit Wucht anschieben.
„Von Südwesten drückt erstens ein Keil des Azorenhochs heran“, erläutert Jung. „In einem Hoch sinkt die Luft ab, es ist trocken und sonnig – und genau das heizt das Land von Tag zu Tag weiter auf, weil kaum Wolken und kein Regen die Sonne bremsen.“
Hitzewelle steht bevor: Sahara-Luft kommt nach Deutschland
Zweitens lenkt das Hoch durch seine Drehung im Uhrzeigersinn sehr warme Sahara-Luft über die Iberische Halbinsel und Frankreich nach Deutschland. Die Lage des Hochs wirkt Jung zufolge daher in der aktuellen Konstellation „quasi wie eine Heizungspumpe“.
Hinzu kommt drittens der Zeitpunkt: „Wir sind kurz vor der Sonnenwende, die Tage sind am längsten und die Sonne steht am höchsten“, sagt Jung. Es ist also der maximale Energieeintrag – dessen Wirkung viertens durch einen abgeschwächten Jetstream, einen sehr warmen Atlantik und eine warme Arktis begünstigt wird. Eine blockierende Omega-Lage entsteht: Das Hoch erscheint wie festgezurrt.

Das ist eine Omega-Lage
Eine Omega-Lage ist eine stabile Wetterlage, bei der ein Hochdruckgebiet von zwei Tiefdruckgebieten flankiert wird, sodass die Druckverteilung in der Höhe wie das griechische Ω aussieht. Dadurch bleibt das Wetter oft tagelang ähnlich: unter dem Hoch meist trocken und warm, an den Rändern eher wechselhaft oder nass. Sie wird durch einen abgeschwächten Jetstream begünstigt, weil der schnelle Westwind in der Höhe dann weniger „durchgreift“.
Die Folge: Nachdem Regensburg bereits zu Pfingsten mehrere Tage am Stück unter Temperaturen über 30 Grad ächzte, sind nun weitaus größere Gebiete bedroht. „Der Hitzeschwerpunkt liegt klar im Südwesten und Westen“, prognostiziert Jung.
40 Grad? Montag könnte der Juni-Rekord in Deutschland fallen
Konkret kann es Rheinland-Pfalz, das Saarland, Baden-Württemberg sowie Teile von Hessen und Nordrhein-Westfalen treffen. Besonders große Gefahr besteht im Oberrheingraben und im Rhein-Main-Gebiet. „Dort wird die gängige Hitzewellen-Definition – mindestens drei aufeinanderfolgende Tage mit 30 Grad oder mehr – am ehesten erfüllt“, meint Jung, und zwar voraussichtlich vom Wochenende bis in die neue Woche hinein.
